Rückgang des Bestandes festgestellt: „Nur noch wenige hundert Tiere“

Im Drömling gibt es immer seltener Krötenzäune

Ein grüner Krötenzaun bei Zichtau, mit einem der ebenerdig eingegrabenen Eimer. In diesen werden die Kröten gesammelt, bevor sie über die Straße getragen werden.
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Weil der Bestand zurückgegangen ist, werden nur noch wenige Krötenzäune aufgebaut.

Das Biosphärenreservat Drömling hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Rückgang an den Amphibienbeständen festgestellt. Deswegen werden auch weniger Krötenzäune aufgestellt.

Drömling – „In den ersten Jahren haben wir jährlich mehrere tausend Frösche, Kröten und Molche über die Straße zum Laichgewässer getragen“, erzählt Sabine Wieter vom Biosphärenreservat Drömling, das auch für die Betreuung der Krötenzäune verantwortlich ist. Dabei wurde die Naturwacht durch Freiwillige der Lebenshilfe Altmark West, Junior-Ranger, Moorwichtel und Waldfuchskinder der Kitas unterstützt.

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Kröten und Amphibien immer weiter zurückgegangen, sodass zum Beispiel an der B 188 in Mieste immer weniger Tiere die Straße passierten. Deswegen hat sich die Naturwacht entschlossen, den Zaun in diesem Jahr nicht aufzubauen.

Seit 2020 keinen offiziellen Krötenzaun an der B 188

Der Rückgang des Krötenbestandes konnte seit den Aufforstungsarbeiten im südlich gelegenen Kiefernwald an der B 188 beobachtet werden. „In den vergangenen Jahren konnten wir nur noch wenige hundert Tiere zählen, 2019 sogar nur noch unter zehn“, sagt Sabine Wieter.

Zunächst wurde der Krötenzaun erst einmal nur verkürzt. In den ersten Jahren kam dieser auf eine Länge von ungefähr 1,6 Kilometer mit insgesamt 84 Eimern entlang der B 188 zwischen Mieste und Lenz. Aber in den vergangenen Jahren betrug die Länge dieses Zauns nur noch 600 Meter.

Seit 2020 gibt es an dieser Stelle im Drömling gar keinen offiziellen Krötenzaun mehr, da der Aufwand für so wenige Tiere zu groß ist, so Sabine Wieter. Dennoch kommen täglich Mitarbeiter der Naturwacht an die Stellen im Drömling und kontrollieren das Wandergeschehen. So kann das Biosphärenreservat schnell reagieren und bei Bedarf kurzfristig einen Zaun aufbauen.

Provisorische Schutzanlagen mit Kunststofffolien

Krötenzäune werden auch als sogenannter Amphibienschutz bezeichnet und sind provisorische Schutzanlagen, die Kröten und andere Amphibien im Frühjahr bei ihrer Wanderung zwischen Winter- und Sommerquartier schützen sollen, da diese oft über viel befahrene Straßen führt. Dazu wird auf der einen Seite ein 50 Zentimeter hoher Zaun mit Kunstofffolien aufgestellt und mit ebenerdigen Fangeimern präpariert. Diese werden täglich kontrolliert und geleert. Die in den Eimern gesammelten Amphibien werden anschließend auf der gegenüberliegenden Seite wieder ausgesetzt.

Auch in anderen Regionen der Altmark ist ein deutlicher Rückgang an Krötenzäunen zu beobachten. So wird beispielsweise auch im Klötzer Ortsteil Lockstedt seit einigen Jahren kein Krötenzaun mehr aufgebaut. Diesen hatte zunächst der Landtagsabgeordnete Jürgen Barth und später die ABS Drömling betreut.

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