Ideen gegen das Poltern

Unnütze Bahnübergänge in Kusey erhitzen die Gemüter

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Eine Einbahnstraßenregelung für das Gewerbegebiet könnte sich Wolfgang Mosel vorstellen: Die vollen Lkw fahren über den unnützen Bahnübergang, die leeren aber über die Rudow-Straße zur Einmündung auf die Landesstraße.

Kusey. Obwohl seit Jahren keine Bahn mehr fährt, gibt es in Kusey immer noch zwei Bahnübergänge. Die sorgen für Unmut, weil es durch die erhöhten Schienen im Straßenkörper ziemlich rumpelt, wenn Lkw darüber fahren.

„Der Verkehr ist so stark, dass ich nicht mehr bei offenem Fenster schlafen kann“, berichtete Einwohner Detlef Kornelsen den Kuseyer Ortschaftsräten.

Er forderte den Rückbau der Bahnübergänge. Wie in Estedt, wo zum Tag des Lärms die Bundesstraße blockiert wird, „sollten wir auch mal eine Kaffeetafel auf der Straße machen“, schlug der Einwohner vor. „Der schlimmste ist der Bahnübergang Richtung Wenze“, wusste Ortsbürgermeister Klaus Vohs. Dabei handelt es sich aber um eine Kreisstraße, erinnerte Kreistagsmitglied Wolfgang Mosel. Die Stadt habe keine Handhabe und der Kreis musste das eigentlich für die Sanierung des Straßenabschnitts geplante Geld in andere Projekte im Zuge des Ausbaus der Amerikalinie stecken, wusste Mosel. Klaus Vohs kündigte an, dass beim zweiten Bahnübergang im Gewerbegebiet, der Stadtsache ist, in Zukunft noch mehr Verkehr rollen werde, da Erweiterungen und neue Ansiedlungen am Köckter Weg geplant sind.

„Wir müssen den Übergang im Gewerbegebiet unbedingt noch mal im Stadtrat ansprechen, damit da was gemacht wird“, regte Wolfgang Mosel an. Seine Vorstellung wäre, zumindest übergangsweise eine Einbahnstraßenregelung für den Köckter Weg zu treffen, um die Anlieger etwas vom Verkehr zu entlasten. Die vollen Lkw und landwirtschaftlichen Maschinen sollten seiner Ansicht nach über den Köckter Weg und den Bahnübergang ins Gewerbegebiet fahren, die leeren Fahrzeuge, bei denen es besonders klappert, aber über die Alfred-Rudow-Straße zur Landesstraße geleitet werden. „Bis der Bahnübergang zurückgebaut ist“, könnte dies eine akzeptable Lösung sein, überlegte Mosel. Und er erinnerte daran, dass der gesamte Lkw-Verkehr eigentlich langfristig über die breit ausgebaute Zufahrt von der Landesstraße in das Gewerbegebiet rollen sollte, so war der Plan beim Bau der Anbindung. „Den Anwohnern ist vielleicht am meisten geholfen, wenn das Poltern der leeren Lkw weg ist“, überlegte der Kuseyer.

Von Monika Schmidt

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