Diskussion bei erstem Treffen

Meinungen zum Drömlingsfest: Die Idee muss noch reifen

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Eine Feuershow, wie sie der Kultur Klub Drömling im vergangenen Jahr zum Schlossfest-Jubiläum in Kunrau organisierte, könnte es auch beim Drömlingsfest geben. Frühstens 2017 wird dies zum ersten Mal stattfinden.

Kunrau. Dass der Termin mitten in den Sommerferien ungünstig gewählt sei, räumte René Schneider am Dienstagabend gleich als Erstes ein. Es hätten mehr Personen ihr Interesse an einem Drömlingsfest bekundet, betonte er.

Ob es dieses Fest, das eine Idee des Tourismuskonzeptes für den Drömling ist, überhaupt geben wird, scheint nach dem ersten Treffen der Arbeitsgruppe im Kunrauer Schloss fraglich.

Zwei Punkte sprachen am Dienstag offenkundig dagegen: die Finanzierung und die Mitglieder des Kultur Klubs Drömling. Denn diese haben mit der Organisation der Kultursonntage in Kunrau, der Veranstaltungen in Brome und der neuen Aufgabe, den Kunrauer Schlosskeller in Eigenregie auszubauen, bereits eine Menge ehrenamtlicher Aufgaben übernommen und fühlen sich damit ausreichend ausgelastet. Sollten noch mehr Projekte dazukommen, werde mit Austritten aus dem Verein gedroht, hieß es am Dienstag. Die Motivation, sich auch noch um die Organisation eines großen Drömlingsfestes zu kümmern, muss der KKD-Vorsitzende René Schneider erst noch bei seinen Mitgliedern wecken.

Zweiter Knackpunkt ist das Geld: „Das Fest soll keinen Eintritt kosten“, gab René Schneider als eine Vorgabe an. Die Unkosten sollen über Sponsoren, die Standgebühren der Händler und die Zuschüsse der Kommunen gedeckt werden. Grob kalkuliert haben die Initiatoren schon mal: Bei einem dreitägigen Fest mit etwa 3000 bis 5000 Besuchern – „das lässt sich von den Finanzen her überschauen und ist vom Marketing her am effektivsten“, so René Schneider – müssten etwa 30 000 Euro investiert werden. Jede der am Tourismuskonzept beteiligten Kommunen – also die Städte Gardelegen, Klötze und Oebisfelde-Weferlingen sowie die Verbandsgemeinde Calvörde, sollten 5000 Euro aus dem Etat für das Fest beisteuern, regte René Schneider an. Die Vertreter aus Gardelegen und Oebisfelde – aus Klötze war niemand da – waren angesichts der knappen Haushaltskassen eher skeptisch. So erinnerte der Oebisfelder Wirtschaftsförderer Peter Schorlemmer daran, dass sich die Stadt Oebisfelde-Weferlingen in der Konsolidierung befindet und freiwillige Ausgaben genau überlegt sein müssen.

„Solch ein Fest erfordert mindestens ein Jahr Vorbereitung“, betonte der KKD-Vorsitzende. „Wenn wir uns bis Herbst einig werden, kann es 2016 etwas werden, ansonsten später.“ Man wolle sich nicht unter Druck setzen. Da sich die Kommunen, denen als Geldgebern das Konzept zunächst vorgestellt werden soll, derzeit in der Sommerpause befinden und erst ab September wieder tagen, sei die Zeit zu knapp, um bis Herbst eine Entscheidung zu treffen, waren sich die Anwesenden einig. Frühestens 2017 könnte es also das erste Drömlingsfest geben.

Dieses könnte in Kunrau stattfinden, anschließend soll das Festival aber durch den Drömling „wandern“ und alle zwei Jahre organisiert werden.

Die Ideengeber wollen auch die niedersächsischen Drömlingsanrainer in das Fest einbeziehen. Bislang wurden aber noch keine Kontakte nach Wolfsburg, Brome oder Gifhorn geknüpft. Das sollte schleunigst nachgeholt werden, wünschte sich Detlef Bade von der Naturparkverwaltung. Auch Martin Zenk, der beim Landkreis Gifhorn für den Drömling zuständig ist, empfahl dem KKD-Vorsitzenden dringend, mit dem Konzept bei den Verwaltungen vorstellig zu werden.

Das Drömlingsfest soll „ein kleines, feines, aber hochwertiges Fest werden“, erläuterte René Schneider den Plan. Vereine, Institutionen und Bürger aus der Region sollen es gemeinsam organisieren und sich dabei präsentieren. Ein anspruchsvolles Kulturprogramm mit einer Mischung aus regionalen und überregionalen Gruppen ist geplant. Auch eine Feuershow könnte es geben es. Ziel ist es, den Drömling bekannter zu machen. Zielgruppe sind Besucher, die den Drömling noch nicht oder noch nicht so gut kennen. Deshalb sollen auch Gastronomen und Hoteliers aus der Region einbezogen werden, bei denen die Besucher übernachten können. Das Programm soll hochwertig sein, ebenso das Angebot an den Ständen. „Wir wollen ein ausgewogenes Kulturangebot, das ganz den Drömling in den Mittelpunkt stellt“, so René Schneider. Das Fest müsse sich von den örtlichen Schützenfesten deutlich unterscheiden, forderte Gerhard Reineke aus Calvörde, der aber auch Bedenken bei der finanziellen Beteiligung der Kommunen anmeldete.

Im September wollen sich die Initiatoren erneut treffen. Bis dahin soll das Interesse der Kommunen für ein Fest im Jahr 2017 abgeklopft sein. Sie sollen auch Mitglied im Organisationskomitee werden.

Von Monika Schmidt

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