Jäger erinnern an die Leinenpflicht im Wald und schlagen Alternativen vor

Hundewiese für Klötze

Die eingezäunte Hundewiese im Gardelegener Bürgerpark wird gut angenommen. Ein ähnliches Angebot würden sich die Klötzer Jagdpächter auch für die Purnitzstadt wünschen. Sie erinnern an die Leinenpflicht im Wald.
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Die eingezäunte Hundewiese im Gardelegener Bürgerpark wird gut angenommen. Ein ähnliches Angebot würden sich die Klötzer Jagdpächter auch für die Purnitzstadt wünschen. Sie erinnern an die Leinenpflicht im Wald.

Klötze – „Die Hunde sollen sich ja auspowern“, hat Frank Fritzsche Verständnis für den Bewegungsdrang der Vierbeiner. Doch das sollten die Hunde doch bitte nicht im Wald tun, appelliert der Klötze Jagdpächter.

Gemeinsam mit seinem Pächterkollegen Ingo Riedel war Fritzsche zur Sitzung des Hauptausschusses gekommen.

In der Einwohnerfragestunde machten sie auf die Probleme aufmerksam, die die Jäger aus Klötze zurzeit haben. „Die Stadt soll sich Gedanken machen und Möglichkeiten für die Hundehalter finden“, wünschten sich die beiden Jäger. Sie verwiesen auf die Einrichtung von Hundewiesen, die es in größeren Städten gibt. In den eingezäunten Gebieten, möglichst mit Spielmöglichkeiten ausgestattet, können die Hunde frei laufen und toben. Solch ein Gelände würden die Jäger auch am Klötzer Stadtrand für die Hunde und deren Besitzer anregen.

„Im Wald“, so erinnerte Frank Fritzsche, „dürfen Hunde während der Brut- und Setzzeit vom 15. März bis 15. Juni nur angeleint geführt werden. “ Und Ingo Riedel unterstrich im AZ-Gespräch: „Die Vögel brüten ja nicht nur auf den Bäumen, sondern manche auch auf dem Boden. “ Um ein Aufscheuchen der Jungen ebenso wie beim Nachwuchs von Rehen und Hasen im Wald zu verhindern, gilt strikte Leinenpflicht. Auch über Wiesen und Felder sollen die Hunde nicht frei toben. „Dann hat kein Fasan eine Chance aufzuwachsen“, befürchtet Ingo Riedel.

Vielen Hundebesitzern sei das aber gar nicht bewusst, dass die Leinenpflicht gilt, haben die drei Klötzer Jagdpächter – zu ihnen gehört auch noch Friedrich Beneke – festgestellt. Und wenn sie die Hundebesitzer im Wald auf dieses Gesetz aufmerksam machen, werden die Jäger häufig dumm angemacht. Letztendlich sei aber die Stadt zuständig, dafür zu sorgen, dass die Gesetze auch eingehalten werden, betonen die Jäger und erhoffen sich deshalb von den Stadträten und der Verwaltung eine Lösung für das Problem.

„Wenn Hunde nur an der Leine laufen können, ist das eigentlich Tierquälerei“, findet Ingo Riedel. Er spricht sich dafür aus, für die Hunde eine Möglichkeit zum Freilauf zu schaffen – nur müsse dieser eben so gestaltet sein, dass keine anderen Tiere dabei in Gefahr sind.

Die Jäger und Ronald Haase von der Jagdgenossenschaft, der auch der Verbindungsmann zur Klötzer Milcherzeugergenossenschaft ist, haben noch einen zweiten Hinweis an die Hundebesitzer. Wiesen sollten nicht als Hundetoilette missbraucht werden. „Viele denken vielleicht gar nicht daran, aber das ist Futter für andere Tiere“, erinnert Ronald Haase im AZ-Gespräch.

„Das ist ein leidiges Problem mit den freilaufenden Hunden“, gab Bürgermeister Uwe Bartels im Hauptausschuss zu. Er vermutete, dass das Thema die politischen Gremien noch eine Weile beschäftigen werde. „Wir müssen erörtern, ob wir irgendwelche Möglichkeiten haben“, sagte der Klötzer Bürgermeister zum Stichwort Hundewiese.

VON MONIKA SCHMIDT

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