Vor 70 Jahren: Bahnhöfe im Visier der Bomber / Hunderte Zivilisten starben im Inferno

Als die Hölle vom Himmel fiel

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Verzweifelte Menschen in den Trümmern von Lupitz nach dem Bombenangriff am 22. Februar 1945. Der Kuseyer Ortsteil diente als Verschiebebahnhof für das Volkswagen-Werk.

1428 Bomber und 862 Begleitjäger – das sind rund 15 200 Mann, etwa anderthalb Infanterie-Divisionen – so viel, wie Salzwedel damals Einwohner hatte.

Sie gehörten zur 8. USAAF, deren 1. Air Division mit 454 B-17 „Flying Fortress“ Bahnhöfe in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg auf ihren Zielkarten hatten. Klötze, Köbbelitz (Kusey – getroffen wurde aber der Ortsteil Lupitz), Salzwedel und Stendal meldeten danach zusammen 295 Tote, 16 Verwundete, 43 Häuser zerstört und 102 Häuser beschädigt. Später mussten die Zahlen nach oben revidiert werden – allein Salzwedel verzeichnete über 300 Tote. Die blutige Bilanz für die Altmark: 520,7 Tonnen Bomben töteten fast 700 Menschen.

Uelzen verzeichnete an diesem Tag 31 tote und 36 verwundete Wehrmachtsangehörige, 118 tote und 51 verwundete Zivilpersonen, 95 Wohnhäuser wurden total zerstört. Bomben fielen auch auf Wittenberge, Dannenberg, Lüneburg, Ludwigslust, Wittstock, Grabow und Celle.

Die deutsche Luftwaffe war bereits nicht mehr in der Lage, die Angriffe abzuwehren. Zwar setzte sie an diesem Tag ihre modernsten Maschinen ein, doch waren es nur 34 Düsenjäger des Typs Messerschmitt Me 262, die sich den knapp 2300 alliierten Flugzeugen entgegenstemmten. Die 8. USAAF meldete den Verlust von lediglich sieben Bombern und 13 Jägern.

Den Blutzoll für den Krieg bezahlten die Zivilisten in der Altmark und in Niedersachsen, die an diesem Tag in die Bombenhölle gerieten.

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