Eindeutig Zweideutiges beim Kultursonntag in Kunrau

Herzzerreißendes Gelächter im Keller

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Das Trio Nimmersatt bilden (v. l.) der Tenor Karsten Tobiasch, der Bass Ulf Radlof, der auch Gitarre spielt, und Thomas Winkler (Bariton), der zusätzlich die Bassgitarre spielt.

Kunrau. Zum 14. Kultursonntag hatte der Kulturklub Drömling am Wochenende in das Kunrauer Schloss eingeladen. Da die Malerarbeiten im großen Saal des Schlosses noch nicht fertig waren, fand der größte Teil des Nachmittags im Schlosskeller des KKD statt.

Karin Riemann vom KKD begrüßte die Gäste und erläuterte den Ablauf des Programms.

Sie erklärte den Anwesenden auch noch mal die Idee des Kultursonntags, da es in der vergangenen Zeit zu Missverständnissen gekommen sei. „Der Kultursonntag steht für verschiedene Arten von Kultur, die an diesem Tag angeboten und erlebt werden können“, betonte sie. Ziel ist es, dass die Besucher den ganzen Nachmittag beim KKD verbringen und die verschiedenen Kulturangebote auf sich wirken lassen.

Ein Herz für die Älteren bewies Poetry Slammer Dominik Bartels in seinen Texten.

Los ging es am Sonntag mit Poetry Slam von Dominik Bartels, der 1973 in Wolgast geboren wurde und auf Usedom aufwuchs. Nun lebt er im Raum Helmstedt. Zahlreiche Preise hat der Künstler schon bekommen. Gekonnt verpackt der Autor alltägliche Geschichten und Erlebnisse in Lyrik mit viel Komik und Wortwitz. „Ein einziger Satz“ war so eine Geschichte, die in Gedichtform vortragen wurde. Oft geht es in den Texten um die Belange der älteren Bevölkerung, in Anlehnung an Erlebnisse mit seinem Opa. Begeistert zeigte sich das Publikum von den „bildlichen“ Darstellungen der Texte. Für viel Gelächter und riesigen Applaus sorgte die Androhung eines bevorstehenden Streiks der Senioren, wegen des Ausbleibens einer Rentenerhöhung nebst der wortreichen Darstellung der Auswirkungen und Folgen.

Einen „Rucksack“ voller Bücher, die er auf Wunsch auch signierte, hatte Dominik Bartels für die Besucher des Kultursonntags außerdem mitgebracht.

Nach der Kaffeepause und der Ausstellungseröffnung (siehe Text unten) ging das Programm im Schlosskeller weiter. Den Abschluss des Kultursonntags bildete der Auftritt des Trios Nimmersatt aus Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings gehört auch ein Sachse, Thomas Winkler aus Chemnitz, dazu.

Mit Liedern und Swing aus den 1920er und 1930er Jahren, verbunden mit schwarzem Humor und Comedy, begeisterte das Trio sein Publikum. Passend auch der Titel des Programms „Lass mich dein Badewasser schlürfen“.

Das Publikum, zumeist älteren Semesters, hatte vor allem an den Titeln aus den 1920er und 30er Jahren mit ihren oft frivolen Texten seinen Spaß und spendete viel Applaus für das Programm.

Zum Repertoire der Musiker gehören Lieder wie: „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Wochenend und Sonnenschein“, „Ich fahr mit meiner Klara in die Sahara“, „Ich habe das Fräulein Helen baden sehn“, „Heut war ich bei der Frieda“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Mir tut die Ruth gut“. Besonders bei den eindeutig, zweideutigen Textzeilen gab es herzzerreißendes Gelächter und viel Applaus vom Publikum, Mitklatschen und lautstarkes Mitsingen inklusive.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten in bewährter Form die Mitglieder des Kulturklubs selbst. Neben kühlen und heißen Getränken gab es herzhaftes Ragout fin und selbst gebackene Kuchen und Torten. Eine rundum gelungene Veranstaltung konnten die Organisatoren und Helfer um René Schneider damit wieder für sich verbuchen.

Von Wolfram Weber

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