Wolfskompetenzzentrum testet neues Zaunsystem / Schafhalter können Förderung bis Mitte Mai beantragen

Herdenschutz rückt noch mehr in den Fokus

+
Vielerorts schon ein vertrauter Anblick: Herdenschutzhunde inmitten von Schafherden. Damit auch Rinderhalter ihre Tiere besser schützen können, wird nun ein neues Zaunsystem getestet.

mit Altmark. Mit einer steigenden Anzahl von Nutztierrissen, sinkt auch die öffentliche Akzeptanz des in die altmärkische Landschaft zurückgekehrten Wolfes.

Neben Schafen waren in Sachsen-Anhalt zuletzt auch Rinderherden, insbesondere Kälber bis zum vierten Lebensmonat, von Wolfsübergriffen betroffen. Das neue Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) hat sich deshalb auch das Thema Herdenschutz auf die Fahnen geschrieben. Denn viel zu oft werde es dem Wolf nach Einschätzung von WZI-Mitarbeiterin Antje Weber aus Jeggau zu leicht gemacht.

Der erste Weg, um an die hinter dem Zaun grasenden Tiere zu kommen, so weiß die Wildbiologin, führe für die Wölfe immer unten durch. „Wenn sie dann einen ordentlichen Stromschlag bekommen, ist schon viel gewonnen.“ Eine einzelne Litze in 80 Zentimetern Höhe stellen jedoch keinerlei Hürde dar.

Neue, verbesserte Zaunsysteme müssen also her. Für ein solches, das sogenannte Rappa-System, soll dieser Tage eine Pilotstudie des WZI auf sogenannten Abkalbe-Koppeln im Fiener Bruch beginnen. Genau dort, wo zuletzt die meisten gerissenen Kälber im Land registriert wurden. „Fünf Litzen können mit einmal gezogen werden“, erklärt Weber das Besondere an dem Zaun. Ein Jahr lang sollen nun der Arbeitsaufwand, der Kosten-Nutzen-Faktor und die Reaktion der Wölfe auf den neuen Zaun genau unter die Lupe genommen werden.

Die Schafhalter im Land setzen dagegen vermehrt speziell abgerichtete Herdenschutzhunde ein. Die wichtigste Regel für Spaziergänger: Nicht rangehen an die Herde. „Das sind keine Streicheltiere“, warnt die WZI-Mitarbeiterin.

Interessant für Nutztierhalter: Das Antragsverfahren für die Förderung von Maßnahmen des Herdenschutzes von Schafen, Ziegen und Gehegewild vor dem Wolf für das Haushaltsjahr 2018 ist eröffnet. Bis zum 15. Mai können Förderanträge gestellt werden. Die landesweit zuständige Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Anhalt in Dessau.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare