Junger Rothirsch lernt seine neue Familie kennen

„Helmut“ erobert im Klötzer Tiergehege die Herzen

Nachdem er aus der Narkose erwacht war, machte sich der junge Hirsch sofort auf den Weg, um die fremde Umgebung zu erkunden und die neue Familie kennenzulernen.
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Nachdem er aus der Narkose erwacht war, machte sich der junge Hirsch sofort auf den Weg, um die fremde Umgebung zu erkunden und die neue Familie kennenzulernen.

Klötze – „Der Hirsch ist besonders gut veranlagt“, freute sich Horst Kamieth, Tierfachberater des Fördervereins für das Klötzer Tiergehege.

Er hatte sich gemeinsam mit Züchter Helmut Grund und Tierarzt Volker Preis um den Transport des Tieres gekümmert, der am Donnerstagnachmittag in das Rotwildgehege der Klötzer Arche Noah eingezogen ist.

Für einen einjährigen Junghirschen hat der Neuzugang im Klötzer Gehege schon ein ordentliches Geweih ausgebildet. „Normal ist ein Spieß und eine Stangenlänge von etwa 30 Zentimetern“, erklärte Horst Kamieth beim Einsetzen des Tieres in das Gehege. Der noch namenlose Neuzugang trägt aber schon ein viel stärkeres Geweih, das auf einen stattlichen Zehn-Ender deutet, wenn der Hirsch ausgewachsen ist. „Auch der körperliche Zustand des Tieres ist topp“, lobte Kamieth den Züchter.

Horst Kamieth (v. l.), Tierpfleger Karsten Langleist und Züchter Helmut Grund beobachteten das Geschehen.

Helmut Grund hat in Tarnefitz ein Rotwildgatter mit einem dreijährigen und einem alten Hirsch sowie sechs Kälbchen. „Er stammt aus einer guten Zucht“, so Kamieth. In Klötze teilt sich der junge Hirsch künftig mit zwei Alttieren, einem Schmaltier und zwei Kälbchen das Gehege. Bei den beiden Kälbchen, die in diesem Jahr geboren sind, konnte das Geschlecht noch nicht ermittelt werden. „Wir hoffen aber, dass sie weiblich sind“, so Kamieth. Dann wären das die besten Grundlagen für baldigen Nachwuchs im Klötzer Gehege. „Für die nächsten zwölf bis 13 Jahre hätten wir dann einen stattlichen Erzeuger beim Rotwild“, setzt Horst Kamieth große Erwartungen in den Neuzugang.

„Der Zeitpunkt für den Umzug war ideal“, erklärte der Tierfachberater weiter. So hat der junge Hirsch gerade sein Geweih gefegt und die Trophäen ausgebildet. „Die Brunft beginnt Mitte September“, erklärt Kamieth. Bis dahin sollte sich der „Neue“ bei seinen Damen eingelebt haben. Dann könnte im Mai mit Nachwuchs gerechnet werden.

Vier Stücke Rotwild, nämlich ein Hirsch und drei weibliche Tiere – das wäre nach Ansicht von Horst Kamieth die optimale Größe für die Gruppe im Klötzer Tiergehege. Der Nachwuchs könnte dann regelmäßig verkauft werden, so sein Plan.

Der junge Hirsch hat den Umzug gut überstanden. Er ließ sich in Tarnefitz problemlos in Narkose legen und in den Anhänger verladen. „Das hatte Helmut Grund von langer Hand gut vorbereitet“, lobt Kamieth. Er bedankt sich bei dem Tarnefitzer auch für den außergewöhnlich guten Preis, den er den Klötzern gemacht hat. Der Züchter selbst sponserte die Anschaffung mit, dazu kommen Spenden, die mit den Eseln und im Futterautomaten gesammelt werden.

Durch eine Spritze wachte der Hirsch in seinem neuen Zuhause schnell aus der Narkose auf und verließ sofort den Hänger, um die fremde Umgebung und die neue Familie zu erkunden. „Wir hoffen, dass er sich gut und schnell einlebt“, gab Horst Kamieth dem Neuzugang noch mit auf den Weg. Ein Name wird noch gesucht. „Helmut“, nach seinem Züchter, wäre doch ein guter Vorschlag, waren sich am Donnerstag schon alle einig. VON MONIKA SCHMIDT

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