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Einwohner von Trippigleben müssen sich bis nach 2025 gedulden

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Von: Monika Schmidt

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Die Bürger von Trippigleben machen ihren Protest sichtbar.
Auf die geforderte Grundsanierung der L 20 von Trippigleben bis Dannefeld müssen die Einwohner noch eine Weile warten. © Schmidt, Monika

Trippigleben – „Grundsanieren statt Flickerei“, das wünschen sich die Einwohner von Trippigleben. Mit einem entsprechenden Plakat am Ortsausgang in Richtung Miesterhorst machen sie diesen Wunsch seit einigen Tagen deutlich. Denn Trippigleben wird als Durchgangsort der Landesstraße 20 Mal wieder vom Umleitungsverkehr gebeutelt.

Aktuell führt wegen der Sperrung in Breitenfeld eine Umleitung durch den Ort, ab September, wenn die Ortsdurchfahrt Buchhorst gesperrt wird, gibt es die nächste Umleitung auf der L 20. Um zumindest den gröbsten Schäden durch die gestiegene Verkehrsbelastung vorzubeugen, wurden vor wenigen Tagen noch einmal Löcher und Risse in der Straße mit Bitumen und Splitt gestopft. Den Einwohnern von Trippigleben ist das nicht genug: Sie kämpfen für eine Sanierung der Straße.

Die von den Trippiglebenern geforderte Grundsanierung ist zunächst aber nicht in Sicht, wie Meike Portius, Leiterin der Landesstraßenbaubehörde in Stendal, auf AZ-Anfrage informiert. Sie erinnert daran, dass die Landesstraße 20 schon in mehreren Abschnitten saniert wurde. So sei bereits 2005 die Ortsdurchfahrt in Trippigleben erneuert worden. 2019 wurde der Abschnitt zwischen Trippigleben und Wenze neu gemacht. Von 2021 bis in dieses Jahr hinein wurden die Ortsdurchfahrt Dannefeld und die Strecke bis zur Einmündung der Kreisstraße nach Buchhorst erneuert. „Der Abschnitt von der Einmündung der Kreisstraße nach Buchhorst bis zur Bundesstraße B 188 in Miesterhorst soll erst nach dem Bau der Ortsumgehung in Miesterhorst erneuert werden“, kündigt Meike Portius gegenüber der AZ an. Aktuell gegen die Planungen davon aus, dass dies voraussichtlich nach 2027 der Fall sein wird.

Es bleibt der Abschnitt zwischen Trippigleben und Dannefeld: „Ja, der ist wirklich in keinem guten Zustand“, räumt die Behördenleiterin ein. Und informiert: „Diesen Abschnitt haben wir in unserer Priorität aber leider auch erst nach 2025 einordnen können.“

Die Ermittlung der Priorität ergibt sich, so erklärt Meike Portius weiter, aus einem komplexen Zusammenhang von Straßenzustand, Verkehrsbelastung, Unterhaltungsaufwand, dem Ausbaubedürfnis und vielen weiteren Faktoren. In ihrem Regionalbereich Nord ist die Landesstraßenbaubehörde für insgesamt 770 Kilometer Landesstraßen zuständig. Pro Jahr können entsprechend der zur Verfügung stehenden Mittel „maximal zwischen 20 und 30 Kilometer saniert werden“, erläutert Meike Portius. „Daraus ergibt sich ein Erneuerungszyklus von etwa 25 Jahren, manchmal leider auch mehr“, so die Behördenleiterin auf Anfrage der AZ weiter.

Für den Abschnitt von Trippigleben bis Dannefeld werde zu gegebener Zeit eine Zustandsanalyse in Auftrag gegeben, bei der der tatsächliche Aufbau und die Tragfähigkeiten ermittelt werden, kündigt sie an. Danach wird entschieden, „ob wir mit einer Sanierung den Zustand langfristig entscheidend verbessern können.“ Wenn nicht und die Analyse ergibt einen Zustand, der einen grundhaften Ausbau nötig macht, „wird die dafür erforderliche Straßenplanung begonnen“, informiert Meike Portius über das weitere Verfahren.

Je nach Ausbauplanung und nötigen Eingriffen in Natur und Landschaft – Trippigleben und Dannefeld befinden sich im Drömling – sei gegebenenfalls auch noch ein Baurechtsverfahren erforderlich. „Bis zum Zeitpunkt der Erneuerung wird die zuständige Straßenmeisterei nach besten Kräften versuchen, die Befahrbarkeit aufrechtzuerhalten“, teilt die Behördenleiterin mit.

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