Betreuungsforstamt gibt für Kieferngroßschädlinge und Eichenprozessionsspinner Entwarnung / Pilzschädlinge bereiten Sorgen

Großer brauner Rüsselkäfer auf dem Vormarsch

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Der Große braune Rüsselkäfer hat sich infolge des Schneebruchs Ende 2010 in den vergangenen Jahren enorm in der Altmark vermehrt. Der Forstschädling ernährt sich von Kiefern-, Douglasien- und Lärchenrinde, was zum Absterben vor allem junger Bäume führen kann.

mit Klötze. Was die Schädlingssituation in den altmärkischen Wäldern angeht, können die Waldbesitzer in diesem Jahr zum Teil aufatmen.

Wie Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, informiert, gehe von den sogenannten Kieferngroßschädlingen in den kommenden Monaten wohl keine Gefahr aus. Sowohl bei Nonne, Forleule, Kiefernspanner und Kiefernspinner als auch bei der Kiefernbuschhornblattwespe könne für 2014 Entwarnung gegeben werden. Das hätten verschiedene Untersuchungen wie die Winterbodensuche gezeigt.

Auch der Kleine Frostspanner und der Eichenprozessionsspinner, beides Eichenschädlinge die 2013 im Altmarkkreis aus der Luft bekämpft wurden, sollten keine größeren Probleme bereiten. Die Frostspanner-Population sei zusammengebrochen, von einem höheren Befall durch den Eichenprozessionsspinner werde kreisweit nur bei Pretzier und Apenburg ausgegangen. Besonders betroffen sind Einzel- und Alleebäume der Eiche.

Stark auf dem Vormarsch in der Westaltmark sei dagegen der Große braune Rüsselkäfer, der in Kiefernwäldern große Schäden anrichten kann. „Durch den Schneebruch 2010 gibt es viel bruttaugliches Material in den Wäldern“, erklärt Helmut Jachalke die Gründe für die zuletzt festgestellte Massenvermehrung. Diese gehe soweit, dass im Raum Diesdorf-Dähre sogar Birkenkulturen von dem etwas mehr als einen Zentimeter großen Käfer befallen wurden. „Das haben wir nicht für möglich gehalten“, so der Forstamtsleiter. Erst eine Recherche der Fachliteratur habe gezeigt, dass es sich hierbei um kein völlig neues Phänomen handele. Was die weitere Entwicklung der Rüsselkäfer-Population betrifft, müsse „gewaltig aufgepasst“ werden.

Große Sorgen bereiten derzeit auch die Pilzschädlinge, die im großen Umfang zugenommen hätten. So sei das Eschensterben, das durch einen aus Ostasien stammenden Pilz verursacht wird, nicht mehr aufzuhalten. „Die Bäume sterben von oben ab“, weiß Helmut Jachalke. Zunächst würden nur einzelne Zweige eingehen, nach ein paar Jahren dann der ganze Baum. Sehr wahrscheinlich sind bereits sämtliche Bestände durchseucht. Große Bestände wie im Beetzendorfer Bruch seien bereits am Absterben.

Auch das ebenfalls durch einen Pilz verursachte sogenannte Diplodia-Triebsterben bei der Kiefer habe zugenommen. „Unter anderem bei Bierstedt haben wir damit zu tun“, so der Forstamtsleiter. Der Erreger, davon gehen Experten aus, schlummere in sämtlichen Beständen. Kommt es zu Bruch- oder Fraßschäden an den Bäumen, schlage der Pilz zu. Größere Schäden durch Pilzbefall gab es zuletzt auch bei Altmersleben. „In scheinbar gesunden und wüchsigen Lärchen- und Kiefernbestände ist plötzlich die Rinde runter“, so Helmut Jachalke.

Das Bedrohliche an Pilzerregern: „Wir können kaum etwas dagegen machen“, so der Forstamtsleiter.

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