Voll im Trend: Grafikdesignerin Julia Schmidt ist nach Klötze zurückgekehrt

Altmark als „grünes Herz“

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Julia Schmidt hat sich als Grafikdesignerin in Klötze selbstständig gemacht. Weil sie ihre Heimat liebt, kehrte sie zurück. Und viele Gleichaltrige wollen das ebenfalls. Die neue Imagekampagne der Altmark betrachtet die Klötzerin eher mit gemischten Gefühlen.

Klötze. „Ich liebe meine Heimat. “ Das ist für Julia Schmidt aus Klötze Grund genug, nach dem Studium in die Altmark zurückzukehren. Die Grafikdesignerin hat sich in Klötze selbstständig gemacht.

Und schüttelt den Kopf über die aktuell diskutierte Image-Kampagne der beiden altmärkischen Landkreise. Zu wenig bunt, die Fotos zu grau, zu unverständlich, zu wenig Informationen auf den Plakaten, der erklärende Slogan fehlt – die Liste der Kritikpunkte ist lang.

Eines stört die Klötzerin aber ganz gewaltig: Dass so viel fehlt. Von Nachhaltigkeit keine Rede, die erneuerbaren Energien fehlen, das Ökodorf Sieben Linden sollte präsent sein ebenso wie die Hansestädte, die Straße der Romanik, auch die vielen Felststeinkirchen sollten erwähnt werden. Und dann das Grün: „Bei der Altmark denke ich eher an Wälder als an grüne Wiese“, gibt die 27-Jährige zu. Die Natur war für sie ein Grund, warum sie nach dem Studium in Hildesheim und ersten Jobs in Großstädten wie Berlin und Hamburg zurückgekommen ist. Und einige Freunde wollen es ihr gleichtun. „In Wolfsburg arbeiten, in Klötze wohnen“ – das ist nach Ansicht von Julia Schmidt die Idealvorstellung vieler Altmärker.

„Ich bin kein Großstadtmensch“, begründet sie, warum sie wieder in Klötze wohnt. „Da, wo ich lebe, muss ich mich wohlfühlen.“ Und das tut sie in Klötze: „Die Luft ist toll.“ Gerade in Berlin fällt ihr immer wieder auf, dass die frische Luft in der Altmark fast ein Luxus ist. Die Gleichaltrigen halten eng zusammen, die Lebensbedingungen sind gut. „Uns fehlt an nichts, es ist eine relativ reiche Gegend.“ Auch die Herzlichkeit der Altmärker ist für sie ein Pluspunkt, der in der Imagekampagne außer Acht gelassen wurde. „Ein grünes Herz hätte vielleicht besser gepasst“, spielt die Grafikdesignerin auf das „grüne A“ in der Kampagne an. Damit kann sie nicht viel anfangen. „A = asozial“, ist die erste Assoziation, die ihr einfällt, aber mit der Altmark gar nichts zu tun hat. Nur durch erklärenden Text sei es möglich, den Sinn der Plakate überhaupt zu verstehen. „Ein Plakat wird höchstens drei Sekunden betrachtet, dann muss die Botschaft angekommen sein“, weiß die Grafikdesignerin. Außenstehende können mit den Bildern wenig anfangen, vermutet sie. „Es gibt keine Haftungspunkte.“

Großstädter aus Berlin oder Hamburg würden mit den Plakaten nicht zum Besuch der Altmark eingeladen, vermutet Julia Schmidt. Für den Berliner ist Potsdam schon ein Ausflug, wer die Natur sucht, fährt nach Brandenburg. Und die Hamburger fahren ins Wendland, „von denen kommt auch keiner in die Altmark“, ist Julia Schmidt überzeugt. Zumal, das hat sie aus eigener Erfahrung festgestellt, die Altmark als Region einfach nicht bekannt ist. „Im Herzen Sachsen-Anhalts“ oder „Das grüne Herz Deutschlands“ – das sind Slogans, mit denen Julia Schmidt die Altmark bewerben würde.

Von Monika Schmidt 

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