Nicht genügend Platz für Burg, Bahn und Drömling: Künstler haben ihren Raum zur freien Gestaltung um ein paar Meter überschritten

Graffiti-Projekt: Differenzen im Bahnhofstunnel

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Matthias Täger sprühte seine eigene Kreation an die Wand des Bahnhofstunnels.

reh Oebisfelde. Der Oebisfelder Bahnhofstunnel ist schon seit vielen Jahren ein Sorgenkind der Stadt. Zerstörungen an der Tunneldecke und -beleuchtung, beschmierte Wände und Aufgänge sorgen immer wieder für Unmut.

Arbeitsbesprechung: Das Team um Matthias Täger (2.v.l.) und Sven Feldmann (nicht auf dem Bild) überlegte, welche Farben zum Auftragen der freien Motive verwendet werden können.

Nun hat der Heimatverein einen erneuten Versuch gestartet und möchte mit einem Graffiti-Projekt den Tunnel verschönern lassen. Mit der Realisierung des Projektes hat am vergangenen Sonnabend ein Graffiti-Team um Matthias Täger und Sven Feldmann begonnen. Mit dabei waren auch Sprayer aus Gardelegen und Braunschweig.

Die Vorarbeit hatte die Stadt erledigt und von Mitarbeitern des Wirtschaftshofes die Wände abkärchern lassen. In der vergangenen Woche wurde auf einer Fläche von etwa 150 Metern eine blaue Farbe als Grundierung aufgetragen. „Wir sind jetzt dabei, unseren eigenen Bereich künstlerisch zu gestalten. Dafür haben wir freie Hand bekommen. Mit der Gestaltung der offiziellen Auftragsbilder werden wir allerdings erst beginnen können, wenn die entsprechenden Farben vorhanden sind. Bisher haben wir nur unsere eigenen Farben verwendet“, erklärte Matthias Täger.

Einige Vorlagen für die Auftragsfläche sind schon eingegangen. Angedacht ist, gegenüber den Aufgängen zu den Bahnsteigen zwei Graffiti-Panoramabilder in den Abmaßen acht mal drei Meter zu platzieren. Als Motive wurden die Burg und, da Oebisfelde früher eine Eisenbahnerstadt war, der ICE, eine Diesellok aus der Baureihe 119 und eine Dampflok vorgeschlagen.

Ärger ist allerdings vorprogrammiert. Seit Sonntag gibt es erste Differenzen zwischen den Sprayern und dem Heimatverein. „Der Raum, den wir den Künstlern zur freien Gestaltung überlassen haben, wurde einfach um zweieinhalb Meter überschritten. Dabei ist vereinbart worden, dass die Reisenden, wenn sie vom Bahnsteig kommen, auf die Panorambilder schauen können. Die Sprayer sollten sich schon an die Absprachen halten. Das, was hier läuft, ist nicht in Ordnung. Ich werte das als Vertrauensmissbrauch“, sagte Ulrich Pettke am Sonntag noch vor Ort. Der Vorsitzende vom Heimatverein verlangt deshalb von den Sprayern, dass die überschrittene Fläche neu grundiert wird.

Auf der restlichen fast 40 Meter langen Fläche möchten die Naturparkverwaltung und der Heimatverein Impressionen aus dem Drömling und der Stadt dargestellt haben. Pettke könnte sich zusätzlich – falls noch freie Fläche vorhanden sein sollte – als Blickfang auch die Rolandfigur oder eine Schriftrolle mit den Angeboten des Heimatvereins vorstellen.

Das Projekt soll etwa 5.000 Euro kosten. Das Gros der Ausgaben werden der Heimatverein, die Naturparkverwaltung und die Sponsoren tragen.

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