Ergebnis einer außerordentlichen Sondersitzung

Ein Jahr Gnadenfrist: Pachtvertrag für den Lockstedter Sportverein wird verlängert

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Vorsitzender Jens Lühmann überreichte die Liste mit den 320 Unterschriften für den Erhalt des Lockstedter Sport- und Kulturzentrums an Bürgermeister Uwe Bartels.

Klötze / Lockstedt – Es ist eine Art Gnadenfrist, die der Lockstedter Sportverein bekommt. Der von der Verwaltung ohne Wissen des Vereins gekündigte Pachtvertrag für den privaten Saal in Lockstedt wird um ein Jahr verlängert.

Diese Zeit soll genutzt werden, um im kommenden Jahr eine Einigung zu erzielen, wie der Sportverein die Räumlichkeiten weiter nutzen kann.

Mit Rasseln, Trillerpfeifen und Plakaten machten die Sportler des SV Lockstedt auf ihr Anliegen aufmerksam.

„Der SV Lockstedt kann weiterhin den Saal unbezahlt nutzen und den Punktspielbetrieb der Sparte Tischtennis über das Kalenderjahr hinaus fortzusetzen.“ Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Sondersitzung, zu der der Klötzer Stadtrat am Dienstagabend zusammengekommen ist. Vor dem Rathaus machten die Mitglieder des Lockstedter SV ihrem Unmut über das Verfahren lautstark Luft (wir berichteten). Die Lockstedter und weitere Einwohner aus der Region stehen zum Sportverein. Das wurde auch an 320 Unterschriften deutlich, die in den vergangenen Tagen in Lockstedt gesammelt wurden. Und das nicht auf Initiative des Sportvereins, wie dessen Vorsitzender Jens Lühmann betont. „Das haben Einwohner ganz allein organisiert, um uns zu unterstützen“, freute er sich. Die Liste mit den Unterschriften überreichte er im Vorfeld der Stadtratssitzung an Bürgermeister Uwe Bartels.

„Gleiches Recht für alle“, forderten die Demonstranten vor dem Rathaus, während sich drinnen der Vorstand des Vereins den Fragen der Stadträte stellte. „Wir wissen um die Brisanz des Themas und nehmen das ernst“, hatte Bürgermeister Uwe Bartels den Wartenden versprochen. „Natürlich sind wir am Erhalt des SV Lockstedt interessiert“, versicherte Uwe Bartels weiter und machte deutlich, dass am Abend eine Entscheidung fallen werde.

Richtig zufrieden ist der Vorstand des Sportvereins mit dieser Entscheidung nicht. Jens Lühmann und seine Mitstreiter fühlen sich von den Stadträten in ihrer Forderung nach dem Erhalt ihrer Sport- und Kulturmöglichkeiten noch nicht richtig verstanden. Denn anders als andere Vereine, die in den kommunalen Sportstätten in der Einheitsgemeinde ohne eine Kostenbeteiligung ihren Sport ausüben können, sollen die Lockstedter für die Nutzung des privaten Saals zahlen. Das war auch der Grund, warum die Stadt den Pachtvertrag gekündigt hatte. Künftig soll der Verein für das private Objekt als Pächter auftreten. „Die Verwaltung hatte dem Sportverein zugesichert, ihn ab dem Kalenderjahr 2020 finanziell zu unterstützen, sofern er als Pächter auftritt“, erläutert Uwe Bartels weiter. Über das Angebot der Verwaltung hinaus habe der Stadtrat bei der Sitzung eine Kostenübernahme von 100 Prozent für das nächste Jahr zugesichert.

Im kommenden Jahr soll es zwischen der Verwaltung und dem Sportvorstand weitere Gespräche geben. Dabei soll „über eine zukunftssichere Vereinsfortführung im Sinne der Verwaltung, der Sportler und der Bürger beraten werden“, so die Ankündigung des Bürgermeisters. Die Stadt sei „froh, die Ängste der Bürger um den Verlust ihres Vereins mit der positiven Entscheidung nehmen zu können.“

Die Lockstedter Sportvorstandsmitglieder sehen das etwas anders. Denn sie setzen sich dafür ein, dass die Stadt weiter als Pächter für den Saal auftritt und nicht der Verein.

VON MONIKA SCHMIDT

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