Genial verrückter Auftritt

Als Putzfrau Svetlana verzweifelt Annette Regas nicht nur an den Gaunern, sondern auch an der deutschen Sprache.

Klötze - Von Monika Schmidt. Bürgermeister Matthias Mann erlebte die Theatergruppe Klötze bei ihrer Premiere am Freitagabend das erste Mal und war hellauf begeistert. Landrat Michael Ziche als Schirmherr der Veranstaltung ist jedes Jahr dabei – und lachte am Freitag in der ersten Reihe Tränen. Beide Politiker lobten die Professionalität, mit der die Truppe die Komödie „Ein genial verrückter Coup“ auf die Bühne brachten.

Auch der Nachwuchs ist schon gesichert, denn Diego Knittel eifert seinem Vater bereits nach und bekam als Zeitungsjunge zu Beginn des Stücks die erste Rolle. Der Auftritt hatte rasant begonnen, als Kay Knittel mit einem Motorrad in den Saal knatterte. Zuvor hatten sich viele der Besucher im ausverkauften Altmarksaal beim gemeinsamen Essen gestärkt. Im Anschluss an die Vorstellung luden die Schauspieler ihre Zuschauer noch zum Verweilen ein, so dass ein rundum gelungener Kulturabend geboten wurde.

Wie der Titel des Stücks schon ankündigte, ging es verrückt zu. Und das nicht nur auf der Bühne. Empfangen wurden die Zuschauer vor dem Saal von einem Feuerwehrauto und einem blickenden Blaulicht. Drinnen wurden sie dann von Ärzten und Schwestern auf ihre Plätze in der Psychiatrie geführt: „Links ist die geschlossene Abteilung, wer rechts sitzt hat Glück und darf am Ende wieder raus“, drohten die Einlasser an.

Die Gaunerkomödie von Martina Röhrich, die von den Klötzer Akteuren wieder mit einigen zusätzlichen Lokalbezügen aufgepeppt worden war, bot jedem Darsteller die Gelegenheit, sein Können zu präsentieren: André Balke ging ganz in seiner Rolle als verrückter Modezar Rudolph Mooshauer auf, Annette Regas begeisterte als Putzfrau Svetlana, die große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte. Seinen verdienten Auftrittsapplaus bekam Klaus Hilmer, der sich dieses Mal genau an den Text hielt – und das war nicht einfach, denn der von ihm verkörperte Juwelier Herr Dollinger hat einen Sprachfehler und verwechselt stets die Anfangsbuchstaben der Wörter. Und so stellte er sich als „kleiner Nasacova (Casanova) vor.

Die Handlung der Gaunerkomödie ist tatsächlich genial verrückt: Drei Gauner schleusen sich in eine Irrenhaus ein, weil sie den benachbarten Juwelier ausrauben wollen. Aber ein Kriminalhauptkommissar, den Kay Knittel darstellte, ist ihnen auf den Fersen. Als Nonne verkleidet, gelingt es ihm, den Plan zu vereiteln. Doch wie es sich für eine gute Komödie gehört, ist am Ende nichts so, wie es am Anfang aussah. Es bleibt die Erkenntnis von Svetlana: „Ihr seid komisch mit eure Deutsch!“

Mit stehendem Applaus bedankten sich die Zuschauer für zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung. Und die Schauspieler bedankten sich am meisten bei ihrer Souffleuse Evelyn Vialon, die dafür sorgte, dass es auf der Bühne keine Texthänger gab.

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