Gemeinsam streiten und lachen

Amtsübergabe am Montagabend in Lockstedt: Karl-Heinz Heptner gratulierte seiner Nachfolgerin Domenica Borm zur Wahl.

Lockstedt - Von Peter Lieske. Domenica Borm ist neue Bürgermeisterin der Ortschaft Neuendorf. Die Neuendorferin wurde am Montagabend einstimmig vom Ortschaftsrat in dieses Amt gewählt, nachdem Willi Benecke sie für diesen Posten vorgeschlagen hatte.

Bereits als stellvertretende Bürgermeisterin hatte sie eine sehr gute Arbeit gemacht, bescheinigte ihr das Lockstedter Ratsmitglied. Die Wahl war nötig, weil Karl-Heinz Heptner das Amt zum 1. Mai aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte. Mit der Wahl musste ein neuer stellvertretender Ortsbürgermeister gewählt werden. Einstimmig erhielt der Wunschkandidat der Ortsbürgermeisterin, Matthias Lühmann, das Vertrauen der Ratsmitglieder.

19 Jahre lang war Karl-Heinz Heptner Bürgermeister der Gemeinde, zunächst von Neuendorf und Lockstedt, nach der Eingemeindung von Hohenhenningen und Siedentramm auch von diesen beiden Ortsteilen. Er habe das Leben in den vier Ortsteilen, in der Verwaltungsgemeinschaft Klötze wie auch in der Stadt Klötze „wesentlich mitbestimmt“, würdigte der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann die Leistung von Karl-Heinz Heptner. „Viele Entscheidungen tragen deine Handschrift“, sagte Matthias Mann. Mit Karl-Heinz Heptner konnte er „nicht nur konstruktiv streiten, sondern auch lachen“, erinnerte sich der Klötzer Bürgermeister. Auch seine Nachfolgerin fand viele lobende Worte. So habe er sich nicht nur für eine rege Bautätigkeit eingesetzt, sondern auch für die notwendige Ausrüstung der Feuerwehren und insbesondere für die Kindertagesstätte, die dem Bürgermeister stets am Herzen lag. Der Bürgermeister habe „immer super Ideen“ gehabt und sich stets im Gemeinderat „wacker geschlagen“ sowie Ruhe in hitzige Debatten gebracht. Domenica Borm fasste zusammen: „So einen Bürgermeister wie dich kriegen wir nicht wieder.“

Der Gewürdigte nutzte die Gelegenheit für einen kurzen Rückblick auf seine Amtszeit, die kurz vor Weihnachten 1990 begann. Damals drohte der Gemeinde Neuendorf das Ende, weil sich kein Nachfolger für Wilhelm Drebenstedt fand. „Die Eingemeindung nach Klötze war fast besiegelt“, erinnerte sich Karl-Heinz Heptner. Und so erklärte er sich an dem Abend bereit, das Amt zu übernehmen. Sein Ziel sei damals gewesen, die Dörfer „nach 40 Jahren organisierter kommunistischer Planlosigkeit“ erblühen zu lassen. Mithilfe des Dorferneuerungsprogramms konnte dieses Ziel erreicht werden. Das sei aber nur durch die „Zuverlässigkeit und korrekte Arbeit“ der Verwaltung in Klötze machbar gewesen.

Wichtig war aus Sicht von Karl-Heinz Heptner die Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben. Für den Winterdienst hatten die Betriebe nie einen Cent verlangt. Im Gegenzug revanchierte sich die Gemeinde mit dem Ausbau von zehn Wegen, damit die Landwirte mit ihren Maschinen die Felder besser erreichen können.

Als Glücksfall bezeichnete Karl-Heinz Heptner die Eingemeindung von Hohenhenningen und Siedentramm. „Dadurch wurden wir groß, stark und mächtig.“ In bewährter neckischer Art verwies er in Anspielung auf die Klötzer Stadtwirtschaft auf die „Dorfwirtschaft“. „Der Kauf des Multicar war Gold wert.“ Möglich wurden die Leistungen aber erst durch den Einsatz der Gemeindearbeiter und der ABM-Kräfte, wobei Gerhard Bromann mit seinen „vielen Fähigkeiten“ besonders hervorgehoben wurde.

Um die Zukunft der vier Orte ist Karl-Heinz Heptner nicht bange. Und so zeigte er sich gewohnt optimistisch, dass sich auch im Wohngebiet in Lockstedt etwas tun wird, denn mit 625 Einwohnern ist Neuendorf konstant groß geblieben. Daraus schlussfolgerte er: „Hier lebt es sich anscheinend gut.“

Viele Bewohner hatten ihren Verdienst daran, stellte Karl-Heinz Heptner fest und fasste zusammen: „Die 19 Jahre waren schöne Jahre.“

Nach diesen vielen bewegenden Worten versagte der neuen Ortsbürgermeisterin die Stimme. Sie umarmte ihren Vorgänger, schenkte Blumen und nahm im Gegenzug den großen Schlüssel entgegen. Den hatte Karl-Heinz Heptner einst stets nur vorübergehend zur fünften Jahreszeit an den Karnevalsverein überreicht. Doch dieses Mal hatte er symbolisch für immer sein Gemeindebüro abgeschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare