Vorschlag von Franz-Hermann Wegner soll aufgegriffen werden / Viele Tierkinder ins Gehege

„Da gehört ein Taubenhaus hin“

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Fachberater Horst Kamieth stellte seine Vorschläge für die künftige Konzeption des Tiergeheges vor. 

Klötze. Bei der Umgestaltung des Klötzer Tiergeheges hat sich Fachberater Horst Kamieth auch Gedanken über das Frettchengehege gemacht. Die niedlichen Tiere sind ein Anziehungspunkt für Kinder – allerdings nur, wenn die Tiere auch gesehen werden.

In der kleinen Skizze wird deutlich, wie die Tiere künftig im Tiergehege untergebracht werden sollen.

Da Frettchen nachtaktiv sind, schlafen sie am Tag viel. Deshalb sollte, wie Horst Kamieth bei der Mitgliederversammlung des Tiergehegefördervereins in dieser Woche erläuterte, das Gehege so umgestaltet werden, dass der Schlafplatz gesehen werden kann. Eine Wand aus Plexiglas könnte dabei helfen. „Ansonsten sind die Frettchen eine tolle Sache“, fasste der Fachberater zusammen.

Generell sehen seine Umgestaltungspläne, die er für die Mitglieder auch in einer kleinen Skizze zusammengefasst hatte, vor, dass im westlichen Teil, also zu Beginn des Klötzer Tiergeheges, Haustiere gezeigt werden und im hinteren, östlichen Teil künftig die Wildtiere zu sehen sind.

Affenkäfig soll nicht leer stehen

Der alte Affenkäfig im vorderen Bereich „soll nicht leer stehen“, so Horst Kamieth. Er könnte sich dort einen Waschbär oder eine Wildkatze als Bewohner vorstellen. Wobei der Waschbär noch einfacher zu versorgen sei: „Der nimmt auch mal ein Nutellabrötchen“, erklärte der Förster schmunzelnd.

Das Herz des Försters schlägt jedes Mal ein wenig höher, wenn er den kapitalen Rothirsch im Gehege stehen sieht. Nach Angaben des früheren Tierpflegers Hubert Reineke ist der Hirsch mindestens 12 oder 13 Jahre alt. „Der könnte noch gut zwei Jahre leben“, schätzte der Experte. Aber nicht in dem bestehenden Gehege, sondern in einem größeren Bereich im hinteren Teil des Tierparks.

Im bisherigen Rotwildgehege sieht Horst Kamieth in der Zukunft Haustiere wie Esel, Pony und Zwergrind. Denkbar wäre es, die vorhandene Eselstute im Frühjahr von einem Hengst decken zu lassen. Ein kleines Eselfohlen wäre für die Kinder ein besonderer Anziehungspunkt. Wenn mit der Stückzahl der Tiere in dem Gehege maßvoll umgegangen werde, sei auch die Nässe durch den mitten durch das Gehege laufenden Bach kein Problem. „Das kann gut gehen und die Fläche regeneriert sich im Frühjahr wieder“, zeigte sich Horst Kamieth optimistisch.

Aufgegriffen werden soll auch der Vorschlag von Franz-Hermann Wegner, der befand: „Da gehört ein Taubenhaus hin.“ Dies könnte beispielsweise am Teich errichtet werden, schlug Horst Kamieth vor. Tauben, Enten und Gänse würden sich gut verstehen.

Bärengehege begehbar machen

Wegen der guten Bausubstanz soll das alte Bärengehege auf jeden Fall erhalten bleiben, finden die Fördervereinsmitglieder. Ihre Idee: In einem Teil des Geheges könnte mit einer Hinweistafel auf die frühere Bärenhaltung und dem Umzug von Bummi und Tapsi in den Bärenwald am Plauer See informiert werden. Denkbar wäre es auch, den tunnelartigen Durchgang hinter dem Gehege zu beleuchten und für Kinder zum Durchkrabbeln freizugeben.

Im südlichen Teil des Bärengeheges sieht Horst Kamieth einen guten Platz für Hausschweine, ob Bentheimer, Sattelschweine oder auch ein Hängebauchschwein müsse noch geklärt werden. Auf jeden Fall sollen sie Ferkel bekommen, die niedlich anzusehen sind. „Kinder wissen doch heute gar nicht mehr, wo die Wurst herkommt“, sieht Kamieth auch einen Lerneffekt.

Damit die Schweine genügend Auslauf haben, könnte ein Teil des riesengroßen Wildschweingeheges dazugenommen werden. Zudem könnte das Wildschweingehege mit einem Wanderweg geteilt werden, der den Besuchern mehr Nähe zu den Tieren ermöglicht und vom Tierpfleger mit dem Futterwagen entlanggefahren werden kann.

Anstelle der bisherigen Schafe würde sich Horst Kamieth „etwas Edleres“ vorstellen. Er denkt an Zwerg- oder Zackelschafe, die mit ihren gebogenen Hörnern ein Hingucker werden könnte. Eventuell könnten diese aus dem Salzwedeler Tierpark übernommen werden.

Eine wichtige Aufgabe für den Tierpfleger in allen Gehegen ist die rechtzeitige Regulierung des Bestandes, damit es nicht zu Inzucht kommt, betonte der Experte. Tiere müssen abgegeben oder mit anderen getauscht werden, so die Forderung von Horst Kamieth. Dringend reguliert werden müsse auch der Bestand bei den Wildschweinen, der mit einem Keiler sowie zwei Bachen ausreichend sei.

Zwischen Muffel- und Damwild sollte ein Fang gebaut werden, damit man die Tiere auch mal zur Klauenpflege oder für andere Arbeiten gefangen werden können. Beim Damwild sei der derzeitige Bestand viel zu groß, er müsse reduziert werden. Für die Optik würde sich der Wildtierexperte weiße und schwarze Stücke wünschen. „Wir haben nur wildfarbene Tiere“, erklärte er. Es soll mit dem Züchter in Ackendorf gesprochen werden, ob er ein trächtiges weißes Tier zur Verfügung stellen könnte.

„Wir haben Glück, dass unser Tiergehege im Wald liegt“, erklärte Horst Kamieth einen weiteren Ansatz zur Umweltbildung, denn es könnte ein kleiner Naturlehrpfad angelegt werden.

Hinweistafeln an die Bäume

Mit relativ wenig Aufwand könnten an den verschiedenen Baumarten kleine Hinweistafel angebracht werden, die Auskunft über die Bäume geben. „Nur zwei erklärende Sätze, das reicht völlig“, stellte Horst Kamieth klar. Ideal sei das Gebiet auch für verschiedene Nistkästen, zu denen es ebenfalls kurze Erläuterungen geben sollte. „Wir können so etwas für die grüne Bildung tun“, betonte der Förster. Platz für ein Insektenhotel wäre auf dem Gelände außerdem, es sollte nur weit genug weg vom Spielplatz aufgebaut werden.

Von Monika Schmidt

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