Polizei gibt Tipps

Gegen Fahrraddiebe hilft mehr als nur ein gutes Schloss

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Den Fahrradpass gibt es auch als App. Alle wichtigen Daten zum Rad hat man im Falle eines Diebstahls für Polizei und Versicherung schnell parat. Markante Kennzeichnungen wie der Fahrrad-Code schrecken Langfinger ab.

Klötze. Das lange Pfingstwochenende lockt wieder zahlreiche Menschen zu einer Tour mit dem Rad. Auch Fahrraddiebe haben genau dann Hochkonjunktur und nutzen wieder die Gelegenheiten, sich zu bedienen.

„Ich habe das oft erlebt, dass Fahrräder einfach abgestellt und nicht gesichert werden. Das ist geradezu eine Einladung zum Mitnehmen“, erklärt Gerd Schönfeld vom Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel.

Wer sein Rad vor Dieben schützen will, sollte es immer abschließen, und zwar mit einem guten Schloss. Das Rad sollte außerdem individuell gekennzeichnet sein. „Ein auffälliger Aufkleber oder andere markante Dinge, die schnell auffallen, sind gut. Was Besonderes ist zum Beispiel, wenn das Rad per Hand verziert wurde“, erzählt Schönfeld.

Eine andere Möglichkeit ist die Codierung des Rades, mit deren Hilfe sich der Wohnsitz des Eigentümers ermitteln lässt. Dabei handelt es sich um einen alphanumerischen Code, sprich einer Kombination aus Buchstaben und Ziffern. Der Eintrag enthält die verschlüsselte Wohnanschrift des Besitzers, wobei sich der Code regional unterschiedlich zusammensetzt.
Zum Beispiel folgendermaßen:
• KLZ – Stadt bzw. Kreiskennung (zwei- bis dreistellig)
• 12345 – Straßenschlüssel (fünfstellig)
• 678 – Hausnummer (dreistellig)
• AB – Initialen des Eigentümers (zweistellig)

„Bei uns kann man das Rad leider nicht mehr codieren lassen, aber einige Fahrradhändler können das auch“, informiert Schönfeld. Die Polizei kann den Code entziffern und dem richtigen Eigentümer zuordnen. „Wir hatten auch schon den Fall, dass uns die Polizei aus München angerufen hat, weil sie ein Fahrrad entdeckt haben, das hier als gestohlen gemeldet wurde“, erzählt Schönfeld. Oft würde auch schon der dazugehörende Schutzkleber Diebe abschrecken, weiß der Fachmann.

Er rät außerdem zu einem Fahrradpass, den viele Händler beim Kauf eines Rades ausstellen. „Wenn wir in Schulen zum Ende der vierten Klasse die Fahrradprüfung durchführen, erhalten die Kinder den Pass auch von uns. Dann steht aber nur Name und Anschrift des Besitzers darin. Wir raten den Kindern den Pass zu Hause mit ihren Eltern sorgfältig vollständig auszufüllen.“ erklärt der Polizist.

Übrigens: Den Fahrradpass gibt es auch als kostenlose App. Es können alle Daten, die zur Identifizierung eines gestohlenen Fahrrads und für die Suche nach dem Eigentümer wichtig sind, problemlos gespeichert werden. Darüber hinaus lassen sich die Angaben mehrerer Räder über die App problemlos verwalten. Alle Daten können zudem ausgedruckt oder per Mail im Textformat oder als PDF-Anhang verschickt werden, zum Beispiel um sie im Notfall sofort an die Polizei beziehungsweise den Versicherer weiterleiten zu können. Und: Der Radbesitzer hat die Daten auf dem Smartphone immer dabei.

Von Katharina Schulz

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