Vom Radieschen bis zur Melone: Arne Neuling lässt aus Gemüse und Obst kleine Kunstwerke entstehen

Geduld, Zeit und ein scharfes Messer

Kunrau. „Das Auge isst mit. “ Dieses altbekannte Sprichwort nimmt sich Arne Neuling aus Kunrau seit geraumer Zeit besonders zu Herzen.

Vom Radieschen bis zur Wassermelone – alles Gemüse und Obst, das der 48-Jährige in die Hände bekommt, verwandelt er zuweilen in kleine Kunstwerke. Im Alltag ist es mal eine mit zackigem Rand aufgeschnittene Kiwi oder eine verzierte Mohrrübe, zu besonderen Anlässen entsteht auch mal ein ganzes Büfett aus geschnitztem Obst. Jahrelange Erfahrung, so möchte der geneigte Betrachter der fruchtigen Kreationen meinen, sind hierfür nötig. Mitnichten.

„Im April habe ich damit angefangen“, sagt Arne Neuling im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Faszinierend fand der aus Ahlum stammende gelernte Forstwirt das aus Thailand stammende Fruit Carving – also „Früchte-Schnitzen“ – allerdings schon immer. „Es war vor vielen Jahren, als ich in einem Hotel einen geschnitzten Kürbis gesehen habe“, blickt Arne Neuling zurück. Den Ausschlag dafür, selbst einmal Hand anzulegen, gab ein Geburtstagsgeschenk der Freundin – ein speziell fürs Obstschnitzen ausgelegtes Messerset. Die Technik schaute sich der 48-Jährige auf einem Video-Internetportal ab, Anregungen bietet die reich bebilderte Fachliteratur.

Um zu demonstrieren, dass das Obstschnitzen mit etwas Übung relativ leicht von der Hand geht, greift Arne Neuling auch anlässlich des AZ-Besuches zum Schnitzmesser. Frei nach TV-Koch Jean Pütz – „Ich hab da mal was vorbereitet“ – geht der Kunrauer zum Kühlschrank und holt eine halbfertige AZ-Melone hervor. Die in die Schale geschnitzten Initialen samt Blättern sind bereits fertig. „Die Schrift hält immer am längsten auf.“ Nun geht es daran, aus dem weiß ummantelten roten Fruchtfleisch Rosenblüten zu zaubern. Mit Hilfe des Randes eines Wasserglases ist der Anfang schnell gemacht. Im Anschluss werden zunächst die feinen Blütenblätter im Inneren geschnitzt, die äußeren werden schließlich mit jeder Umrundung größer. „Ich kann dabei schön abschalten“, sagt Arne Neuling, der auch schon über den Modelleisenbahnbau Geschmack am „Basteln und Friemeln“ gefunden hat. Wie lange braucht es, um so eine Melone komplett fertigzubekommen? „Gut und gern drei Stunden mögen es sein“, sagt der 48-Jährige.

Für die, die sich selbst einmal im Obstschnitzen ausprobieren möchten, empfiehlt der Kunrauer, zunächst zum Apfel zu greifen, da dieser relativ leicht bearbeitet werden kann. „Auch Zucchinis eignen sich – bei mir mussten schon einige dran glauben“, schmunzelt Arne Neuling. Ein Rettich ist dagegen für den Anfang viel zu hart. Am Ende sind es aber vor allem drei Dinge, die zum Fruit Carving nötig sind: „Viel Geduld, Zeit und ein scharfes Messer.“

Spätestens nachdem Arne Neuling beim 20-jährigen Jubiläum der Kunrauer Tanzgruppe „Step by Step“ für einen Hingucker auf dem Büfett gesorgt hatte (AZ berichtete), häufen sich nun die Anfragen nach ähnlichen Arrangements. Zu viel zusichern will der 48-Jährige jedoch nicht: „Das Ganze soll ein Hobby bleiben und nicht in Arbeit ausarten.“

Von Matthias Mittank

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