Zwei eindrucksvolle Jugendweihe-Feierstunden mit einigen Überraschungen

Ganz viele Gänsehautmomente

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Die Erstklässler der Klötzer Purnitzgrundschule überreichten mit viel Charme die Blumen an die jungen Erwachsenen. Für jede Gruppe gab es dazu von Kerstin Hilbig einen Sinnspruch mit auf den Weg in das weitere Leben.

Klötze. Die einen, die den Altmarksaal am Sonnabend verließen, sagten: „Sie hat aber schön geredet. “ Die anderen lobten: „Die Musik war richtig toll."

Und die Dritten würdigten die Stimmung insgesamt – das Team der Klötzer Interessenvereinigung Jugendweihe hatte wieder voll ins Schwarze getroffen. In zwei stimmungsvollen Feierstunden wurden 101 Jugendliche in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.

Und es waren zwei Feierstunden mit einigen Überraschungen und ganz vielen Gänsehautmomenten. Nicht nur die Mütter, auch die Jugendweihlinge selbst, wischten sich so manche Träne aus den Augenwinkeln. Zu den Überraschungen gehörte das Ständchen für Bennet Hoppe. Der ganze Saal sang für den Steimker zum 14. Geburtstag „Happy Birthday“. Beim Doris-Day-Schlager „Que sera“ hakten sich auch die Jugendlichen unter und schunkelten das ganze Lied über mit. Das bot von der Bühne einen beeindruckenden Blick.

Ein weiterer Höhepunkt war die silberne Jugendweihe, die Yves Albert feierte. Dass solche Jubiläen gewürdigt werden, war schon länger ein Wunsch von Jugendweihe-Organisatorin Kerstin Hilbig, die nun erstmals eine solche Jubiläumsurkunde überreichen konnte. Einen klugen Spruch hatte Kerstin Hilbig dafür ausgewählt: „Manchmal braucht man einfach nur eine Umarmung und einen Menschen, der dir sagt: Wir schaffen das zusammen.“

Während Jürgen Barth bei der ersten Feierstunde die Festrede gehalten hatte, war es bei der zweiten Feierstunde Kathrin Wallwitz von der Beetzendorfer Grundschule. Sie sprach als Lehrerin, als Ratgeberin, als Mutter, aber vor allem als jemand mit viel Verständnis für die jungen Leute und das, was in ihren Köpfen so vorgeht. Gut, dass es in der Rede zunächst um Allgemeines zur Jugendweihevereinigung ging, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Denn mit dem eindrucksvollen Lied „You raise me up“ – einem der ersten Gänsehautmoment der Feier – hatte Sängerin Tina Kupfer die Festrednerin voll erwischt. „Sie können einen ganz schön aus der Fassung bringen“, rief Kathrin Wallwitz der Sängerin zu. Ein weiteres Zeichen dafür, wie stimmig auch in diesem Jahr wieder die Musikauswahl für die Feierstunden war.

Ebenso beim Dank der Jugendlichen an die Eltern. „Ihr würdet uns niemals enttäuschen, wir sind doch das Beste was euch jemals passiert ist“, stellten Paula Klokau und Sarah Riedel fest. Diese Aussage wurde von Tina Kupfer mit einer auf die Eltern abgestimmten Fassung von „Das Beste“ von Silbermond unterstrichen. „Es ist schön, dass es euch gibt“, so die musikalische Feststellung, nach der die jungen Erwachsenen ihren Müttern als Dank eine Rose überreichten. Ein weiterer Moment, bei dem Eltern und Kinder mit den Tränen kämpften.

„In jeder Umarmung heute schwingen Momentaufnahmen aus der Erinnerung mit“, hatte Kathrin Wallwitz zuvor erklärt: Erinnerungen an die Geburt der Kinder, die erste Nacht, in der sie durchgeschlafen haben, an die Gewissheit, das schönste und unverständlichste Kind auf der Erde zu haben. „Seid tolerant, unterstützt die Schwächeren und schaut hin, nicht weg“, bat Kathrin Wallwitz die Jugendweihlinge. Die Jugend habe das Recht, sich ein eigenes Weltbild zu schaffen und das der Eltern in Frage zu stellen. „Ihr müsst eure eigenen Erfahrungen machen. Aus tief- empfundener Liebe zu euch, halten die Eltern das aus.“

Von Monika Schmidt

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