„Ganz unmittelbar berührt“

Im Gästebuch an Schwiesauer Wassertretstelle schwärmen Besucher vom Kleinod

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Auch wenn drohend-dunkle Wolken aufziehen: Der Besuch an der Wassertretstelle am Schwiesauer Stausee lohnt bei fast jeder Witterung. Die Idylle gibt Ruhe.

Schwiesau. Die Einträge im Gästebuch an der Schwiesauer Wassertretstelle überschlagen sich förmlich vor Begeisterung. „Hut ab, was ihr hier auf die Beine gestellt habt“, schreiben zum Beispiel Anna und Sandra.

Sie waren im April die Ersten, die sich im diesjährigen Gästebuch verewigt haben. Und sie blieben nicht die Einzigen. Fast täglich gibt es Einträge.

Gut eingepackt in eine Schutzhülle liegt das Gästebuch geschützt auf dem Tisch der Sitzecke an der Wassertretstelle. Fast täglich gibt es Eintragungen, startend von Mitte April.

Kein Wunder: Zum einen lockt der herrliche Sommer in diesem Jahr viele Wanderer und Radfahrer in die Natur. Und zum anderen hat sich das idyllische Fleckchen bei Schwiesau inzwischen auch herumgesprochen. Die Mitglieder des Freundeskreises Altmärkische Schweiz haben an den Schwiesauer Teichen ein Kleinod geschaffen. Ob die Sitzgruppe am Jägerhorn, die Ziel vieler Kremserfahrten ist, oder die gut geschützte Sitzecke direkt an den Teichen. Bänke laden überall zum Verweilen ein. Die meisten Besucher wagen auch an der Wassertretstelle einen Gang durch das Wasser. Und schwärmen dann im Gästebuch von der Erfrischung – oder der Kühle des nassen Elements.

Es ist an alles gedacht: Es gibt sogar Stifte und Schmierzettel für die Kinder zum Kritzeln (kl. Foto). So bleibt das Buch frei.

Bei der Ausstattung des Gästebuchs hat Wilfried Schielke an alles gedacht: Das Buch ist durch eine Schutzhülle vor Regen und Witterung gesichert. Es gibt ausreichend Stifte und Platz für Einträge. Aber auch Stifte und Schmierzettel für die Kinder zum Malen. Auch ein kleines Spiel findet sich in der Sitzgruppe über der Wassertretstelle.

Viele Einträge geben Informationen zum Wetter und zur Wassertemperatur. Die Wassertretstelle hat sich für viele aus der Region als Ausflugsort bewährt. „Männertag wird wie jedes Jahr erstmal zur Wassertretstelle gefahren“, heißt es in einem Eintrag. „Danke besonders an alle, die solche Oasen erhalten“, heißt es in einem anderen Eintrag.

Auch ein kleines Idyll: Vergessene Badelatschen wurden zum Kunstwerk aufeinandergestapelt.

Vielfach ist die Anlage Ziel von Kremserfahrten, deren Gäste sich ebenfalls im Buch verewigt haben, wie zum Beispiel die Senioren-Riege der Calvörder Tischtennis-Sektion, eine Seniorengruppe aus Roxförde, eine Truppe der Lappwaldbahn mit Teilnehmern aus Weferlingen, Rätzlingen, Hörsingen, Walbeck, Magdeburg, Gardelegen und dem Teutoburger Wald oder ein Paar aus Berlin. Emsländer schreiben: „Ein schöner Ort, still und sehr erholsam“, die Apenburger Sportgruppe fand das Wassertreten „erfrischend“.

Erika Nix hat ihre Erlebnisse in einem Gedicht festgehalten: „Mitten im Klötzer Wald liegt ein kleiner Wellnessort. Wir ziehen Schuh und Strümpfe aus und machen erstmal Sport. Dann geht es rein ins Wasser, immer schön den Lauf entlang. Mach das ruhig öfter, dann wirst du nicht mehr krank.“

„Danke für den herrlichen Tag“, sagen die Besucher des Pfingstgottesdienstes am Jägerhorn. „Ein sehr tolles Paradies, selbst für Kinder“, hinterlässt ein unbekannter Schreiber.

Die Besucher kommen nicht nur aus der Region. So lobt eine Familie aus Düsseldorf die Tierwelt im und unter Wasser, die sie in Ruhe betrachten konnte. „Vielen Dank für dieses herrliche Fleckchen Erde und die ganze Mühe zum Erhalt.“ Mancher kommt mehrmals in der Woche, einige sogar jeden Abend, um den Tag in der Idylle ausklingen zu lassen. „Der beste Ort, um nach der Arbeit im Sonnenschein abzuschalten“, schreibt ein Unbekannter. Auch die Delegation aus der Klötzer Partnerstadt Milomlyn besuchte in diesem Sommer die Schwiesauer Wassertretstelle und hinterließ im Gästebuch Anerkennung und Glückwünsche für die „sehr gelungene Anlage“.

„Es ist die Erinnerung an die Kindheit, die mich ganz unmittelbar berührt“, heißt es in einem anderen Eintrag. „Bewahrt, beschützt und erhaltet diesen Ort“, wünscht sich Hans-Jürgen Mertens aus Gardelegen. „Für mich ist es immer eine Freude, hier zu verweilen“, schreibt er weiter, auch wenn er bei seiner Tour von Jemmeritz aus nach Schwiesau das erste Mal in all den Jahren pitschnass geworden sei.

Von Monika Schmidt

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