Aufkleber bringen Unruhe

Fußballfans „verzieren“ nahezu alle Verkehrsschilder in Klötze

Die Verkehrsschilder in Klötze sind zuplakatiert mit Aufklebern, die meisten davon mit einem Bezug zu Fußballfans. Aufkleber gegen den TSV Kusey kamen im Ortschaftsrat zur Sprache.
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Die Verkehrsschilder in Klötze sind zuplakatiert mit Aufklebern, die meisten davon mit einem Bezug zu Fußballfans. Aufkleber gegen den TSV Kusey kamen im Ortschaftsrat zur Sprache.

Klötze – Es ist eine Unart, die in Klötze derzeit stark ausufert. Es gibt kaum ein Verkehrszeichen in der Stadt, das nicht mit einem Aufkleber „verziert“ ist.

Meistens handelt es sich bei den sogenannten „Spuckis“ um Aufkleber aus der Fußballfanszene, gelegentlich sind es auch Aufkleber mit politischem Inhalt.

Beides vermischt hatte sich offensichtlich auf den Aufklebern, mit denen die Kernstadt zum Derby des VfB Klötze gegen den TSV Kusey zugepflastert wurde. Sie waren nun auch Thema im Klötzer Ortschaftsrat. Denn einige Ortschaftsräte hatten in die Aufkleber politisch nicht korrekte Darstellungen hineininterpretiert und sich entsprechend bei der Stadt und beim Ortsbürgermeister gemeldet.

Meistens handelt es sich um Aufkleber aus der Fußballfanszene.

André Dörk, Spartenleiter Fußball beim VfB Klötze, war mit weiteren VfB-Vertretern zur Richtigstellung als Gast zum Ortschaftsrat gekommen. „Die Aufkleber sollten kein negatives Bild auf den VfB werfen“, bat er. Das Thema sei vereinsintern bereits besprochen worden. Für die Vereinsmitglieder lege der Sportvorstand seine Hände ins Feuer. Es handelte sich um abgewandelte Hansa-Rostock-Aufkleber, hat der Vorstand in Erfahrung gebracht. „Wir wissen nicht, wer das war. Es ist jedenfalls nicht glücklich gelaufen“, gaben die Vereinsvertreter zu.

„Ich habe die Aufkleber auch gesehen“, informierte Ortsbürgermeister Raimund Punke. Das Problem sei, dass man in die Aufkleber sowohl rechte als auch linke politische Inhalte reininterpretieren konnte, erklärte Punke. Er habe sich über die Darstellungen kundig gemacht. „Da wir als Ortschaftsrat als Sponsor des VfB auftreten“, so erinnerte Raimund Punke daran, dass der Verein aus dem Ortsbudget Unterstützung bekommt, „wollen wir wissen, welche politische Ausrichtung der Verein hat.“

Die Aufkleber seien eine Gegenantwort zum TSV Kusey gewesen, hatte der Ortsbürgermeister in Erfahrung gebracht. Sie hätten keinen radikalen Hintergrund, deshalb müsse sich der Ortschaftsrat nicht weiter damit beschäftigen. Dennoch sollte sich der Verein überlegen, „ob man so etwas raushaut und ob man damit nicht auf die schiefe Bahn gerät“, so Raimund Punke weiter.

Derartige Aufkleber hängen in ganz Klötze, ist Bernd Unruh aufgefallen. „Das ist nicht schön“, stellte er fest. „Wer Fan von einem Verein ist, soll sein Zimmer damit zuplakatieren und nicht den öffentlichen Bereich“, wünschte sich das Ortschaftsratsmitglied. Raimund Punke appellierte an den VfB, sich auf die sportliche Auseinandersetzung mit dem TSV Kusey zu konzentrieren.

„Unsere Jungs vertreten uns in Deutschland und sie haben viele Arbeitsstunden für den Verein geleistet“, baten die VfB-Vertreter um Verständnis für den Sportverein. Immerhin gebe es in Klötze keine Beschmierungen von Gebäuden und auch keine Schlägereien, argumentierten sie. Sie luden die Ortschaftsräte ein, mal sonntags auf den Fußballplatz zu kommen und sich ein Bild von den engagierten Sportlern zu machen. Die VfB-Vertreter räumten aber auch ein, dass das Aufkleber-Kleben in der Stadt nicht okay war.

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