Fußball-WM statt Schützenumzug

Klötzer Schützen im Freudentaumel: Bei den letzten beiden Toren der deutschen Mannschaft gab es im Altmarksaal kein Halten mehr.

Klötze - Von Monika Schmidt. Uniform oder Fantrikot – so lautete am Sonnabend im Klötzer Altmarksaal die Anzugsordnung. Wegen der Fußball-WM hatte das Festkomitee den seit langem geplanten Festablauf über den Haufen geworfen. Mit Recht, denn der Altmarksaal war bei bisherigen Schützenfesten am Sonnabend zum Königsball nicht so gut gefüllt wie an diesem Wochenende.

Die Entscheidung war kurzfristig gefallen. Das Festkomitee hielt am Umstoßen des Programms fest und hatte am Freitagabend auch den Vorsitzenden Hans-Jürgen Herms überzeugt. Zumal die Gastvereine schon angekündigt hatten, dass sie für einen Schützenumzug am Sonnabend um 16 Uhr, pünktlich zum Anpfiff, wohl keine Mitglieder gewinnen könnten. Auch der Spielmannszug Apenburg hatte abgesagt. „Und ein Umzug ohne Musik ist ein Trauermarsch“, erkannte Hans-Jürgen Herms.

Stattdessen also Public Viewing im Altmarksaal. Ein Angebot, das nicht nur von den Klötzer Schützen angenommen wurde. Auch Gastvereine, Einwohner und Vertreter der Stadt, nämlich Bärbel Mücke und Ortsbürgermeister Klaus Ewertowski, gesellten sich zu den Klötzer Schützen. Per Beamer wurden die Fernsehbilder an die große Seitenwand des Saales projiziert. Dazu gab es Essen und Trinken vom Team des Winterfelder Hofs. Eine rundum gelungene Sache, zumal die deutsche Mannschaft ordentlich Anlass zum Jubeln bot. Gebannt verfolgten die Zuschauer das Spiel.

Beim ersten Tor von Thomas Müller in der dritten Minute war die Freude noch verhalten. Aber ab der 63. Minute gab es kein Halten mehr: Sprechchöre wurden angestimmt und jede Aktion der deutschen Mannschaft wurde laut bejubelt. Ebenso laut war das gemeinsam gerufene „Ooh“, jedes Mal wenn der enttäuschte Diego Maradona ins Bild kam. Gruppenerlebnis pur.

Nur am anschließenden Autokorso durch die Klötzer Innenstadt konnten sich die Schützen nicht beteiligen, da sie sich auf die Proklamation vorbereiten mussten.

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