Friedhofsgebühren in Klötze steigen

„Wir wollen keinen Gewinn machen“

Ein grünes Schild auf einem Klötzer Friedhof benennt die Regelungen der Friedhofsordnung
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Auf die Friedhofsordnung wird auf dem Altstädter Friedhof in Klötze hingewiesen. Im Stadtrat steht die Friedhofssatzung samt -gebühren auf der Tagesordnung.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Die Friedhofsgebühren in der Einheitsgemeinde Klötze steigen an. Erstmals wurden sie bei der Berechnung kalkuliert.

Klötze – Es ist ein schwieriges Thema, für das es schon sehr viele Beratungen gegeben hat. Clemens-Paul Berlin, der zuständige Sachgebietsleiter aus dem Klötzer Ordnungsamt, hat nun im Hauptausschuss die neue Friedhofssatzung und die dazugehörige Gebührensatzung vorgestellt. Zuvor hatten intensiv die Ortschaftsräte beraten und sich schließlich die Ortsbürgermeister auf Eckpunkte verständigt. Somit gab es für die Stadtratsmitglieder nicht mehr den ganz großen Diskussionsbedarf. Unter anderem wurde im Vorfeld geklärt, dass eine reine Kalkulation der Gebühren, so wie sie zunächst vorgesehen war, viel zu hohe Gebühren ergibt und diese den Bürgern nicht zuzumuten sind. Denn ein Faktor bei der Berechnung ist der Flächenbedarf, der bei einer Erdbestattung naturgemäß höher ist als bei einer Urnenbestattung. Bei einer rein-rechnerischen Kalkulation wären damit die Gebühren für eine Erdbestattung „unverhältnismäßig hoch“ geworden, erklärte Clemens-Paul Berlin den Stadträten. Neben dem Platzbedarf wurde deshalb auch der Pflegeaufwand für die Bestattungsform mitberechnet. Dieser ist für die Stadt bei Gemeinschaftsanlagen größer, da dort die Stadt für die Herstellung und Pflege der Anlagen zuständig ist, als bei einer Grabstelle, die von Angehörigen gepflegt wird.

Bei der Diskussion über die neuen Gebühren im Hauptausschuss sagte Henry Hartmann mit Blick den Zinssatz, der in die Kalkulation eingeflossen ist: „Dass wir mit dem Friedhof Geld verdienen wollen, das stößt mir sauer auf.“ Wenn überhaupt, dann sollten Zinssätze verwendet werden, „die in die Welt passen und nicht erhöhte“, so die Bitte des Neuferchauers. Clemens-Paul Berlin erläuterte, dass die Ermittlung des Zinssatzes vom Gesetzgeber vorgegeben sei. Und Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps betonte mehrfach, dass die Stadt „grundsätzlich mit den Friedhöfen kein Geld verdienen will.“ Es werde auch kein Gewinn mit den Friedhöfen gemacht, sondern nur versucht, die Gebühren „weitestgehend kostendeckend umzulegen“, erläuterte Matthias Reps im AZ-Gespräch. Beschlossen werden soll die Gebührensatzung am 8. Dezember im Stadtrat. Die Gebühren für ein Reihengrab sollen dann von bislang 250 Euro auf 891,25 Euro steigen. Für die Bestattung in der Urnennische werden künftig 1647,47 statt 600 Euro fällig. Neu aufgenommen in die Satzung werden die Bestattungsmöglichkeiten Rasenurnengrab mit Gebühren von 1361,19 Euro und Baumurnengrab für 1895,94 Euro.

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