Kein Geld und kein Konzept für die Sanierung

Kunrauer Freibad bleibt auch 2022 geschlossen

Der Eingangsbereich des Schwimmbades in Kunrau
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Das Kunrauer Freibad bleibt auch 2022 geschlossen. Das steht schon fest.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Für die Sanierung des Kunrauer Freibades gibt es noch keine Finanzierung. Wenn Fördermittel beantragt werden, muss die Stadt auch Eigenmittel zur Verfügung stellen können. Die gibt der Haushaltsplan derzeit nicht her.

Kunrau – „Klötze wird nächstes Jahr saniert, Kunrau bleibt noch geschlossen.“ So informierte der Kunrauer Ortsbürgermeister Frank Bartels über die Ergebnisse des ersten Treffens der Bad-AG. Für das Kunrauer Freibad wird eine Becken-im-Becken-Variante bei der Sanierung angestrebt. Doch: „Bei Kosten von 1,5 Millionen Euro geht die Stadt nicht mit. Da ist noch Gesprächsbedarf“, kündigte Frank Bartels an. Um Fördermittel zu bekommen, müssen die Kosten unter einer Millionen Euro liegen. Dass dieser Gesprächsbedarf offensichtlich ist, wurde im Verlauf der Ortschaftsratssitzung deutlich, bei der das Bad mehrfach Thema war. Auch in der Wortmeldung von Ralf Schumann, der als Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe um Rederecht gebeten hatte. „Ich dachte, es würde um die Schweinemast gehen“, stellte Frank Bartels anschließend fest. Aber weit gefehlt: Ralf Schumann äußerte sich um Freibad. Er erinnerte, dass die BUND-Ortsgruppe ja „Contra Schweinemast und Pro Freibad“ heiße.

„Erschrocken über den Haushalt“

Er habe sich den Haushalt der Stadt für dieses Jahr vorgenommen und „auseinanderklamüsert“, berichtete Ralf Schumann den Ortschaftsräten. Seine Erkenntnis: „Ich war erschrocken.“ Denn im Etat für 2021 stehen für die Jahre 2020 und 2021 geplante Ausgaben von 863500 Euro für das Klötzer Waldbad, davon 383000 Euro Fördermittel. Für Kunrau dagegen nichts, die Finanzierung soll erst 2022 konkretisiert werden. Bei der Sitzung der Bad-AG seien für Kunrau die Kosten vorgerechnet worden, berichtete Ralf Schumann weiter. Allein 21,5 Prozent entfallen dabei auf den Planer. „Das finde ich einen ganzen Haufen Holz“, schätzte der BUND-Vorsitzende ein. Dass der Planer keine Eigenleistung zulassen wolle, „finde ich nicht so toll“, so Schumann weiter. Es sei klar, dass die Kunrauer nicht die technischen Anlagen im Bad errichten könnten. Aber den Handlauf abzunehmen, die Leitern auszubauen und das Becken auszuschachten, müsste doch möglich sein. „Ich verstehe nicht, warum wir nicht die Folie entfernen dürfen“, wunderte sich der Kunrauer. Ralf Schumann ärgerte sich, dass sich der Stadtrat nicht deutlich zum Kunrauer Bad positioniert habe. „Klötze wurde zugestimmt und wir sollen jetzt nach einer Billigvariante suchen“, sah er eine Ungleichbehandlung. Es werde mit unterschiedlichen Maßen gemessen, im Rathaus werde über die Köpfe aller hinweg entschieden. „Dann sollen sie sagen, sie machen das Bad zu und da wird eine Feuerwehrbildungsstätte oder ein Wasserpuff draus“, regte sich Ralf Schumann auf und stellte den Sinn und Zweck des Fördervereins in Frage.

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