Aufsuchungserlaubnis für Wenze: Betroffene Ortschaften müssen beteiligt werden

Frederking sieht „absurde Logik“

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„Nur Routine“ hieß es, als am Wenzer Bohrloch gearbeitet wurde. Die Anwohner befürchten, dass gefrackt wird.

Wenze. Mit den Antworten der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage zum Erdgaserlaubnisfeld Kunrau ist Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking überhaupt nicht zufrieden.

„Die Antworten zeigen wieder einmal, wie unschlüssig die Fokussierung auf fossile Energien ist“, findet sie. Es sei „ein Hohn“, dass die Landesregierung angesichts des Klimawandels noch immer an der vollständigen Förderung des Erdgasvorkommens in der Altmark festhält. Gerade in der Altmark könne die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien gelingen, schätzt die Grünen-Abgeordnete ein.

Wegen der erteilten Aufsuchungserlaubnis für das Erdgasfeld Kunrau herrsche in den betroffenen Orten von Köckte über Wenze bis Kunrau „große Unzufriedenheit“. Vor allem deshalb, weil die Orte vom zuständigen Bergbauamt nicht im Vorfeld beteiligt worden waren.

„Es ist nicht richtig, dass Wirtschaftsminister Hartmut Möllring diese Aufgabe nun dem Landkreis zuschiebt“, betont Dorothea Frederking. „Das Bergbauamt muss sich seiner Verantwortung stellen“, betont sie. Nicht nur einzelfallbezogen, sondern generell müssten die betroffenen Orte in solchen Fällen beteiligt werden, fordert Dorothea Frederking. Das Wirtschaftsministerium verweise darauf, dass nach dem Bundesberggesetz nur deshalb eine Bergbauberechtigung erteilt werden müsse, weil nicht das gesamte Erdgasfeld vom Naturpark Drömling erfasst werde. „Für mich ist es eine absurde Logik, wenn die Aufsuchung im gesamten Gebiet damit erlaubt wird, dass ein Teil des Erdgasfeldes außerhalb eines Schutzgebietes liegt“, erklärt Dorothea Frederking.

Die Aufsuchungserlaubnis wird auch am Dienstag, 14. April, um 18 Uhr Thema einer Info-Veranstaltung der BI „Kein CO2-Endlager in der Altmark“ im Quarnebecker Saal sein. Dort diskutieren Politiker mit den Bürgern.

Von Monika Schmidt

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