Anwohner des Klötzer Schulplatzes sind mit dem Bau des Seniorenheims nicht einverstanden

Forderung kommt Jahre zu spät

Auf dem noch freien Schulplatz wird das neue Seniorenheim gebaut. Die Nachbarn finden, dass sich das Gebäude nicht gut in die Umgebung einfügt. Fotos (2): Schmidt

Klötze. Die Anlieger des Schulplatzes in Klötze sind mit dem Bauvorhaben des Seniorenheims nicht wirklich glücklich. Das machte stellvertretend für die Anwohner Frank Schröder während der Einwohnerversammlung des jüngsten Stadtrates deutlich.

Er hatte gleich einen ganzen Fragenkatalog zu der Sitzung vorbereitet, der teilweise vor Ort von Babett Riel vom Sanierungsträger Saleg beantwortet werden konnte.

Die Verwaltung war bereits auf den Besuch der Einwohner vorbereitet, es hatte bereits mehrere Gespräche mit dem Bürgermeister gegeben. Mit dem Resultat, dass vorübergehend ein Baustopp für die Arbeiten verhängt worden war. Während dieser Zeit wurde ein Kompromiss zwischen Investor, Anliegern und der Stadt herausgearbeitet. Die Anwohner beklagten sich, dass das neue Seniorenheim deutlich höher gebaut werden sollte als die umliegenden Gebäude. Da der Schulplatz einen starken Höhenunterschied aufweist, hätte das Seniorenheim die Gebäude zum Süden hin überragt. Als Kompromiss verständigten sich die Bauherren mit der Stadt, nicht höher zu bauen als es das frühere Schulgebäude samt Küche war, das für den Bau abgerissen wurde.

Frank Schröder machte auf den Rahmenplan aufmerksam, der 2006 zur charakteristischen Gestaltung der Stadt vom Stadtrat beschlossen wurde. Beim Bauantrag für die Arztpraxis an der Schulstraße sei ein „sensibler Umgang mit dem Bestand“ von der Saleg eingefordert worden. So sollte der altstadttypische Gebäudebestand erhalten bleiben oder neu angelegt werden, wünschte sich die Saleg. „Wo bitteschön ist das beim Seniorenzentrum der Fall?“, wollte Frank Schröder wissen. Seiner Ansicht nach passe das Gebäude nicht in die Umgebung.

Das sahen die Stadt und Babett Riel ganz anders. „Auf dem Schulplatz ist das Rathaus das dominierende Gebäude“, erklärte sie. Auch die Nachbargebäude heben sich von den ansonsten typischen Ständerfachwerken im Celler Stil deutlich ab. Somit gelten die Anforderungen für die charakteristische Bebauung für den Schulplatz nicht. „Der Bau des Seniorenheims ist im Einvernehmen mit dem Stadtrat passiert“, betonte Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski. „Uns geht es darum, dass wir damit nicht einverstanden sind“, erläuterte Frank Schröder sein Anliegen. Das Gebäude „wird niemanden optisch zufrieden stellen“, vermutete er. Er forderte im Namen der Anwohner, „das Gebäude altstadtypisch herzustellen“. „Da sind Sie drei Jahre zu spät mit Ihrer Forderung“, erwiderte Klaus Ewertowski. Die Gestaltung sei in mehreren Ausschüssen beraten und diskutiert worden, machte er deutlich. „Wir nehmen die Forderung zu Protokoll, aber sie ist unrealistisch“, fasste Klaus Ewertowski zusammen.

Der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann bat darum, die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Investor bei dem Projekt nicht zu belasten. Auf die Forderungen der Anwohner wegen der Höhe sei reagiert worden. Dadurch entstanden dem Investor bereits Mehrkosten, da das ganze Bauwerk nun tiefer in die Erde geht als geplant, „um eine ordentliche Platzgestaltung zu erreichen“, erinnerte der Bürgermeister. Der Investor müsse auch betriebswirtschaftlich rechnen, betonte Matthias Mann. „Da kann er nicht mit Lehm und Ziegeln bauen“, wies er weitere Forderungen der Anlieger zurück. „Den Schulplatz als Mittelpunkt des Ortes haben wir uns damit verbaut“, konterte Frank Schröder. Und er stellte fest, dass die umliegenden Grundstücke durch den Bau des neuen Seniorenheims an Wert verlieren würden, da die Anwohner unter permanenter Beobachtung aus dem Heim stehen würden.

Von Monika Schmidt

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