Fast wie ein zweiter Busbahnhof

Fischgrätenform für die Haltestelle an der Klötzer Straße der Jugend

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Im Fischgrätenmuster sind die Busplätze an der Salzwedeler Haltestelle Kämmereiteiche gestaltet.

Klötze – Besuch aus Kusey begrüßten die Klötzer Ortschaftsräte am Donnerstag bei ihrer Sitzung. Stadtratsmitglied Wolfgang Mosel machte einen Vorschlag zur möglichen Umgestaltung der Bushaltestelle an der Straße der Jugend.

Die war bislang schon öfter Thema im Klötzer Ortschaftsrat, meist aber wegen der fehlenden Bushäuschen und Sitzgelegenheiten für die Wartenden.

Wolfgang Mosel (r.) stellte den Mitgliedern des Klötzer Ortschaftsrates am Donnerstag seine Vorschläge zur Umgestaltung der Bushaltestelle vor.

Langfristig, so erinnerte Wolfgang Mosel, sollen alle Bushaltestellen barrierefrei gestaltet werden. „Das ist ein politisches Ziel bis 2022“, so Mosel. Die Stadt möchte jedes Jahr zwei Haltestellen barrierefrei machen, hatte Bürgermeister Uwe Bartels am Abend zuvor im Hauptausschuss erklärt. Bei der Straße der Jugend ist das aber gar nicht so einfach, wie der Kuseyer, der selbst häufig dort in den Bus einsteigt, erklärte. Denn das Rondell, an dem die Haltestelle liege, kann nicht barrierefrei gestaltet werden. In Kurven können die Busse ihre Ausstiegsplattformen nicht richtig ausfahren. Auf das Rondell könne aber nicht verzichtet werden, da die Busse dort umdrehen müssen.

Aber, so regte Wolfgang Mosel an, zusätzlich sollte der vor der Sekundarschule liegenden Parkstreifen für die barrierefreie Umrüstung genutzt werden. Als Vorbild könnte dafür die Haltestelle an den Kämmereiteichen in Salzwedel dienen, an der vier Bushalteplätze in Fischgrätenform nacheinander liegend gestaltet wurden. Diese können von den Niederflurbussen, die für den Linienverkehr eingesetzt werden, problemlos angesteuert werden. Mit Blindenleitlinien und den Kasseler Borden ausgestattet, könnten die etwas erweiterten Parktaschen dann eine komplett barrierefreie Bushaltestelle darstellen.

Die Klötzer Ortschaftsräte waren am Donnerstag mit dem Anliegen des Kuseyers überfordert, wie als Erster Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt zugab. „Wir wollen sichere und vernünftige Bushaltestellen schaffen. Aber das sieht aus wie ein Busbahnhof“, meinte Schmidt. Klaus Hilmer schlug vor, sich die Situation vor Ort anzusehen und danach erst eine Entscheidung zu treffen. Raimund Punke sah einen Unterschied, ob diese Form der Haltestelle an einer breiten vierspurigen Straße wie in Salzwedel oder an der relativ schmalen Straße der Jugend in Klötze geschaffen werde. Denn dort sei es einfach zu eng für das Vorhaben. „Wir sollten uns lieber darauf konzentrieren, dass die Busgäste im Trockenen stehen“, sagte Hans-Jürgen Schmidt.

„Ich finde die Idee sehr gut“, bekam Wolfgang Mosel Unterstützung von Bernd Unruh. Auch Unruh empfahl einen Ortstermin. „Die Umgestaltung würde Sicherheit für die Schüler bringen“, schätzte er ein. Alexander Kleine bat darum, den Linien- und den Schulbusverkehr getrennt zu betrachten. Wenn nur eine Linie die Bushaltestelle ansteuere, müssten Kosten und Nutzen bei einer Umgestaltung bedacht werden. Eventuell sei es aber möglich, so regte er an, eine Ausbuchtung dort barrierefrei herzustellen.

Wolfgang Mosel erinnerte die Ortschaftsräte noch daran, dass Fördermittel über den ÖPNV und den Stadtumbau Ost genutzt werden könnten. Weiter diskutiert werden soll über ein mögliches Projekt erst nach einem Vor-Ort-Termin, so die Festlegung des Ortschaftsrates.

VON MONIKA SCHMIDT

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