Finanzspritze in schwerer Zeit

Ippen-Stiftung unterstützt die Klötzer Theatergruppe

Pressesprecherin Sybille Thiel und Vorsitzender Kay Knittel nahmen die Spende der Ippen-Stiftung entgegen. Die Klötzer Theatergruppe hatte in diesem Jahr keine Auftritte – und damit auch keine Einnahmen.
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Pressesprecherin Sybille Thiel und Vorsitzender Kay Knittel nahmen die Spende der Ippen-Stiftung entgegen. Die Klötzer Theatergruppe hatte in diesem Jahr keine Auftritte – und damit auch keine Einnahmen.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Klötze – „Das ist ja eine tolle Überraschung. “ Sybille Thiel und Kay Knittel von der Klötzer Theatergruppe waren zunächst sprachlos. In der Redaktion der Altmark-Zeitung in Klötze nahmen sie eine Spende von 3000 Euro entgegen.

Das Geld spendet die Ippen-Stiftung, die von Verleger Dirk Ippen im Jahr 2000 gegründet wurde. Auch die Altmark-Zeitung gehört zur Verlagsgruppe des Münchners.

Als es darum ging, diejenigen Vereine und Institutionen aus der Altmark zu benennen, die in diesem Jahr besonders unter den Beschränkungen der Corona-Pandemie gelitten haben, fiel ein Name sofort: die Klötzer Theatergruppe. Denn sie konnte weder im Oktober ihre traditionellen drei Aufführungen im Altmarksaal abhalten noch im Dezember den Weihnachtsmarkt in Klötze mitorganisieren. „Die Stiftung unseres Verlegers Dr. Dirk Ippen möchte Sie daher in diesem Jahr finanziell unterstützen und damit auch einen herzlichen Dank für ehrenamtliches Engagement ausdrücken. Wir finden gut, was Sie tun. Wir hoffen, dass eine Spende zumindest dazu beiträgt, die Folgen dieses Jahres etwas abzumildern. Das würde uns freuen“, heißt es in dem Schreiben des Stiftungsvorstands an die Theatergruppe.

Bis zum Schluss gehofft

„Wir haben bis zum Schluss gehofft, dass wir auftreten können“, erinnert sich Kay Knittel, der die Theatergruppe vor 13 Jahren ins Leben gerufen hat. Dennoch: „Es war keine weggeworfene Zeit“, ist er überzeugt. Das Stück, an dem die Mitglieder für dieses Jahr geprobt haben, wird im kommenden Oktober seine Premiere in Klötze erleben. „Ab Januar fangen wir mit den Proben wieder an“, kündigt der Regisseur an. Sobald es Corona zulässt, wollen die Akteure auch wieder gemeinsam proben. Bislang ist das nicht möglich. Stattdessen waren die Laienschauspieler aufgerufen, jeder für sich schon mal den Text zu lernen.

„Es ist schwierig, den Verein zusammenzuhalten“, macht Kay Knittel deutlich. Denn: Wer möchte schon Mitglied in einer Theatergruppe sein, die keine Aufführungen hat. Nicht alle Mitglieder haben diese Corona-Krise überstanden, einige haben aufgegeben, dafür sind aber andere dazugekommen.

Um statt der Proben am Stück dennoch ein bisschen Vereinsarbeit zu haben, gab es Improvisationstheater und Vocalcoaching für die Mitglieder. Im Vorlauf auf das neue Stück soll es im neuen Jahr außerdem weitere Coachings mit professionellen Schauspielern geben. „Und wir wollen einen Maskenbildner-Workshop machen“, blickt Kay Knittel voraus. Dazu kommt eine Expertin aus Berlin in die Altmark und soll den Mitgliedern erklären, wie sie sich nicht nur richtig schminken, sondern wie auch falsche Nasen und Falten zur Geltung kommen können. „Letztendlich wollen wir ja gut dastehen auf der Bühne und uns jedes Mal ein bisschen weiterentwickeln“, betont Kay Knittel.

Fundus archiviert

Die Zeit ohne Proben und Auftritte nutzte der Verein, um seinen Fundus aufzuräumen und zu archivieren. „Es gibt kein Suchen mehr. Von Ohrringen bis zur großen Kulisse ist alles fotografiert und nummeriert“, erzählt Sybille Thiel. Das spare viel Zeit. Weiterhin wurden die Vereinsräume in Schuss gebracht und im Saal aufgeräumt. Alles, was die Theatergruppe nicht mehr brauchen kann, wurde entsorgt – auch mit Blick auf eine geplante umfangreiche Sanierung des Altmarksaals im kommenden Jahr. Wo immer es geht, steuert die Theatergruppe aus eigenen Mitteln etwas zur Ausstattung des Saals bei. Kay Knittel betont die gute Zusammenarbeit mit der Saalpächterin, der Stadt und der Feuerwehr, wenn es um die Sicherheit im Altmarksaal geht.

Verein investiert

„Für die Spende sind wir sehr dankbar, weil wir das ganze Jahr keine Einnahmen hatten“, erinnert Kay Knittel. Dabei hat sich die Theatergruppe vorgenommen, jedes Jahr aus ihren finanziellen Mitteln etwas am Altmarksaal und den Vereinsräumen zu verbessern. „Wir wollen auch unsere Aufführungen jedes Jahr ein bisschen besser machen“, kündigt er an. Die Beleuchtung im und vor dem Saal, die Fahnen der Theatergruppe, die aus den Fenstern wehen, die Stühle im Saal, die Technik, der Ton ... Kay Knittel kann aus dem Stand eine lange Liste von Dingen aufzählen, in die investiert werden müsste. Denn: „Wir sind ein Aushängeschild von Klötze geworden“, darüber ist sich der Gründer der Theatergruppe durchaus bewusst.

Für die Vereinsmitglieder, die in diesem Jahr nur wenig gemeinsame Treffen hatten, hat der Vorsitzende einen Kalender gestaltet. In diesem finden sich Bilder aus allen zwölf bisherigen Vorstellungen, auch Motive von hinter den Kulissen werden gezeigt. Damit erinnert Kay Knittel auch an die Mitglieder, „die nicht mehr da sind.“ Für die Aktiven ist der Verein „wie eine zweite Familie.“ Zwar soll es ein Hobby bleiben, aber es ist eines, in das die Mitglieder viel Zeit investieren müssen. Das sagt der Theaterchef auch jedem gleich zu Beginn, wenn er Interesse an einer Mitgliedschaft hat. „Wir müssen uns aufeinander verlassen können“, betont Kay Knittel.

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