Stadtwehrleiter mahnt dringende Veränderungen an, dann könnte er sich ein Weitermachen vorstellen

Feuerwehr ist nicht die „Aufräumtruppe“

ww/mm Trippigleben. Mit deutlichen Worten meldete sich der Klötzer Stadtwehrleiter Jan-Christian Jacobs bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Trippigleben zu Wort. Dort informierte die Anwesenden über aktuelle Themen rund um die Feuerwehr.

So soll in diesem Jahr für die Einsatzbereitschaft der Wehren im Bereich der Stadt viel Geld ausgegeben werden, kündigte er an, und zwar das Anderthalbfache des vergangenen Jahres. Mehr als eine Millionen Euro, nämlich 1,125 Millionen Euro, sind dabei in den Haushalt eingeplant worden, berichtete Jacobs. Unter anderem ist ein neues Fahrzeug für die Klötzer Wehr geplant. Es soll ein neuer Rüstwagen angeschafft werden. Aber auch an die kleineren Ortswehren soll im Jahr 2018 gedacht werden.

Wichtig, um die Wehren zu erhalten, ist die Einsatzbereitschaft und eine genügende Zahl von Mitgliedern, die zu den Einsätzen ausrücken können. Jan-Christian Jacobs appellierte deshalb an alle Kameraden: „Haltet zur Stange, wir brauchen jeden.“

Jan-Christian Jacobs sprach Klartext. 

Er informierte darüber, dass in den Feuerwehren vieles umgekrempelt und einiges umstrukturiert werden müsse. Das Amt des Stadtwehrleiters ist sehr zeitaufwendig und allein nicht leistbar, resümierte er. Deshalb hatte er seinen Rücktritt angekündigt. Alle Arbeiten im Bereich der Verwaltung müssten von der Stadt erledigt werden und nicht von den Feuerwehren, so die Forderung von Jan-Christian Jacobs. Bisher eingebrachte Ideen zur Umstrukturierung seien gut, lobt er. „Das Ehrenamt ist ein Ehrenamt, Verwaltungsarbeit muss in der Stadt gemacht werden, nicht in der Wehr.“

Im Bereich der Aufgaben, die von den Wehren erledigt werden sollen, müsse sich aber auch einiges ändern, so die Einschätzung des Stadtwehrleiters. Es könne nicht sein, dass die Feuerwehren als „Aufräumtruppe“ missbraucht werden: „Bei Sturmschäden sind die Feuerwehren nicht der verlängerte Arm der Straßenmeistereien“, gab Jacobs zu bedenken.

Über die örtliche Einsatzleitung in Klötze, die bei großen Ereignissen die Koordinierung der Wehren vor Ort übernehmen soll, informierte Jan-Christian Jacobs ebenfalls. Durch Umstrukturierungen im Bereich „Beschaffung von Einsatzkleidung und Ausrüstung“ soll es künftig möglich sein, innerhalb von ein bis zwei Monaten die gewünschte Bekleidung zu beschaffen, so das Ziel.

Jan-Christian Jacobs will sich auch weiter engagieren: „Wenn alles geregelt ist, sieht meine Meinung zur Aufgabe des Postens als Stadtwehrleiter vielleicht schon anders aus“, resümierte er bei der Jahreshauptversammlung in Trippigleben.

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