Ferienkinder von Wolfsgeheul begrüßt

Die Biologin Antje Weber kennt sich mit Wölfen, Fischottern und Iltissen als Spezialgebiete gut aus.

mm Klötze. Eigentlich wollten die Ferienkinder der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) mit dem Rad in den Wald fahren. Doch wegen der höchsten Waldbrandwarnstufe und angesichts der großen Trockenheit war Antje Weber, die mit den Kindern auf Entdeckungsreise zum Zartau gehen wollte, das Risiko zu hoch. „Deshalb wollte ich den Wald zu euch reinholen“, erklärte sie den Mädchen und Jungen in der EFA. Dort wurden die Ferienkinder von schaurigem Geheul begrüßt. „Das sind Wölfe“, erklärte die Diplom-Biologin aus Röwitz und begann einen hochinteressanten Vortrag über die Tiere.

Alle Informationen bereitete sie kindgerecht auf, so dass die Mädchen und Jungen gebannt zuhörten. Viele Fragen wurden von ihnen gestellt, sie konnten aber auch viele der Fragen von Antje Weber richtig beantworten.

Ein Wolfsrudel lebt derzeit in Sachsen-Anhalt, auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow östlich von Magdeburg. Das Rudel wird von den Biologen genau erforscht. So gibt es zum Beispiel eine Kamera, die mit einem Bewegungsmelder verbunden ist. Denn Wölfe sind scheue Tiere und können sich vor den Menschen gut verbergen. Sobald ein Tier an der Kamera vorbeigeht, löst der Bewegungsmelder aus und es wird ein Foto gemacht. „Natürlich auch, wenn andere Tiere vorbei gehen“, erklärte Antje Weber den Kindern. So haben die Biologen ganz nebenbei eine Menge Fotos von Hirschen, Rehen, Füchsen, Hasen und anderen Waldbewohnern bekommen. Durch die Fotos gelang es auch, die Zahl der Welpen im Rudel genau zu ermitteln. „Zunächst haben wir immer nur drei Welpen gesehen“, berichtete Antje Weber. Doch dann tauchten noch zwei Junge auf, sodass der Wurf im vergangenen Jahr fünf Welpen hervorbrachte. Im Juni 2009 wurde der Rüde versehentlich bei einer Jagd abgeschossen und die Wölfin musste als Alleinerziehende ihre Jungen durchbringen. Das gelang. In diesem Jahr wanderte aus Russland – das lässt sich anhand der genetischen Spuren im Kot feststellen – ein neuer Rüde ein. Er adoptierte die Welpen und half, sie aufzuziehen. „Das ist sehr ungewöhnlich“, erklärte Antje Weber den Kindern. Gespannt werde derzeit gewartet, wie groß der Wurf wohl in diesem Jahr ist. Die Welpen vom vergangenen Jahr verlassen im Alter von acht Monaten bis drei Jahren die Familie. Wann sie weiterziehen, entscheiden sie selbst. Weil derzeit vor der Kamera wieder nur drei junge Wölfe zu sehen sind, vermutet Antje Weber, dass sich zwei Welpen schon auf den Weg in die weite Welt gemacht haben.

Über Größe, Aussehen und andere Merkmale der Wölfe erfuhren die Ferienkinder so viel, dass sie anschließend die Wölfe malen konnten.

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