Fehlende Antwort sorgt für Unmut

Firmenchef Dr. Martin Ecke führte Jürgen Barth (r.) und Tilman Tögel (l.) durch die Produktionsstätte und zeigte ihnen das kilometerlange Algen-Rohrsystem.

Klötze -Von Henning Lehmann. Zwar läuft die Produktion der Chlorella-Alge in der Klötzer Firma Bioprodukte Prof. Steinberg Produktions- und Vertriebs GmbH an der Lockstedter Chaussee momentan recht ordentlich.

Doch die hundertprozentige Tochterfirma der französischen Roquette-Gruppe würde gern auch die künstliche Alge für unterschiedliche Futtermittel liefern. Das machte Geschäftsführer Dr. Martin Ecke gestern gegenüber den beiden Landtagsabgeordneten Tilman Tögel und Jürgen Barth sehr deutlich klar.

Doch bislang hat der Klötzer Firmenchef vom Landesverwaltungsamt in Halle, Fachbereich Verbraucherschutz, noch kein Antwortschreiben auf sein Papier vom September 2009 erhalten. Sollte es zu einem positiven Bescheid aus der Saalestadt kommen, würde es zu einem Boom des Unternehmens an der Lockstedter Chaussee kommen, schaute Martin Ecke in die Zukunft. Damit verbunden sei auch die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, betonte er. Wie viele, wollte der Firmenchef noch nicht sagen. Für ihn ist es unverständlich, dass die künstlich, aber sauber produzierte Chlorella-Alge sich europaweit in Futtermitteln wiederfindet, nur in Deutschland nicht. „Da dürfen natürliche und wesentlich unsaubere Algen verwendet werden“, kritisierte der Klötzer Firmenchef gegenüber den beiden Landespolitikern. Tilman Tögel und Jürgen Barth versprachen, sich in naher Zukunft um eine Antwort aus Halle zu kümmern. Denn die beiden Abgeordneten sind nicht nur daran interessiert, dass sich die Firma weiter am Markt behauptet, sondern das auch neue, sichere Arbeitsplätze am Klötzer Standort entstehen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuches von Tögel und Barth war das Thema Energiekosten. Wie Martin Ecke informierte, sind ein Drittel der gesamten Betriebskosten die Ausgaben für Energie. Doch für diesen Bereich ist mittelfristig keine Lösung in Sicht. Zum einem ist das Problem der Anpassung einer Biogasanlage an die Produktionshallen. Dann bestehen darüber hinaus Zweifel, ob solch eine Anlage dann noch wirtschaftlich ist, meinte der Geschäftsführer.

Um ständig auf den neuesten Stand in Sachen Algenherstellung zu sein und neue Produkte auf dem Markt anzubieten, gibt es seit geraumer Zeit eine Zusammenarbeit mit der Köthener Fachhochschule Anhalt. Prof. Carola Griehl hat sich mit ihrem Forscherteam die Vermehrung von Mikroalgen sowie die Grundlagenforschung nach Inhaltsstoffen in den künstlichen Algen auf die Fahnen geschrieben. „Die Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule und unserer Firma ist sehr konstruktiv“, lobte Geschäftsführer Martin Ecke.

Seit zehn Jahren wird in Klötze die so genannte Chlorella-Alge millionenfach künstlich hergestellt. Neben Fischfutter, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetischen Produkten findet sich die Alge auch in Brot, Nudeln und in Filinchen wieder.

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