„Unglückliche Konstellation“: Gleich zwei Defekte an Klötzer Hochspannungsleitung

Fast 11 Stunden ohne Strom

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Durchgeschmort: Ronny Schönberg und Christian Tetschke von einer Gardelegener Firma wechselten gestern an der Ecke Schützenstraße / Straße der Jugend die defekte Muffe der 20.000-Volt-Leitung. Dieser und ein weiterer Defekt in Klötze hatten von Sonntag, 14.50 Uhr, bis Montag, 1.35 Uhr, für einen Stromausfall in weiten Teilen des Stadtgebietes gesorgt. 

Klötze. Der Kühlschrank-Inhalt wurde warm, das Handy blieb ohne Empfang und so mancher Klötzer Tatort-Fan musste auf den neusten Fall von „Thiel und Boerne“ verzichten.

Verursachte einen stundenlangen Stromausfall in weiten Teilen des Stadtgebiets: Ein durchgeschmortes Kabel an der Klötzer Hochspannungsleitung.

Fast elf Stunden lang hatten die Einwohner in weiten Teilen von Klötze am Sonntag ohne Strom auskommen müssen. Um 14.50 Uhr gingen die Lichter aus, um 1.35 Uhr in der Nacht wurden die letzten Haushalte wieder mit Energie aus der Steckdose versorgt. Umliegende Ortschaften waren nicht betroffen. Schuld an der misslichen Lagen waren zwei gleichzeitige Defekte in der unterirdischen 20.000-Volt-Leitung, wie Avacon-Pressesprecher Ralph Montag auf Nachfrage der AZ mitteilt. Dies sei eine „unglückliche Konstellation“ gewesen, so Montag.

Demnach könne ein auftretender Fehler in der als Ringleitung verlegten Hochspannungsleitung relativ schnell durch Schaltmaßnahmen überbrückt werden. Der Avacon-Pressesprecher verglich dies mit einer Straße. Werde diese durch eine Baustelle zu einer doppelten Sackgasse, könnten die Anwohner zumindest noch auf ihre Grundstücke fahren. In Klötze war das am Sonntagnachmittag nicht möglich, da, wie die Kabelmesswagen-Teams bald herausfanden, zwei Fehlerstellen aufgetreten waren. Ein Leitungsdefekt, den sich der Netzversorger gemeinsam mit Tiefbauern zuerst vornahm, konnte auf dem Streckenabschnitt zwischen Aldi-Supermarkt und Burgstraße lokalisiert werden, der andere im Bereich der Schützenstraße.

In einer ersten Störungsphase waren laut Montag unter anderem (!) Bereiche rund um die Trafostationen mit den Namen Burgstraße, Hagenstraße, Friedensstraße, Seniorenheim, Badeanstalt, Sportplatz, Neue Straße, Feldstraße, An der Mühle, Oebisfelder Straße, Ringstraße und Lindenallee betroffen. Im Laufe des Abends konnte das nicht versorgte Gebiet gegen 18 Uhr schließlich etwas verkleinert werden. Zu den in der folgenden Nacht noch betroffenen Bereichen zählten dann noch die Trafostationen mit den Namen Burgstraße, Hagenstraße, Rathaus, Friedensstraße, Wasserfahrt, Seniorenheim, Kläranlage und BHKW.

Als Ursache für die Störung nennt der Pressesprecher Defekte an zwei Verbindungsmuffen. Diese Bauteile sollten normalerweise Jahrzehnte halten, manchmal treten jedoch auch schon früher Probleme auf, so Montag: „Ein bisschen eindringende Feuchtigkeit genügt und die Leitung schmort dahin.“ Nach dem ersten Fehler hatte wahrscheinlich ein über das Netz laufender Störimpuls den zweiten Defekt nach sich gezogen.

Die letzten noch nötigen Reparaturarbeiten wurden gestern am Trafohäuschen an der Ecke Schützenstraße / Straße der Jugend abgeschlossen. Das Auswechseln der Muffe war am Nachmittag gegen 15 Uhr beendet.

Von Matthias Mittank

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