„Fast so schlimm wie nach Kyrill“

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Waldarbeiter des Landesforstbetriebes bahnten sich gestern den Weg durch den Klötzer Forst.

pl Klötze. Sorgenvoll blickt Dietmar Schulze in die Bestände des Klötzer Forstes. Der Revierförster des Landesforstbetriebes Altmark sieht tiefhängende Äste, abgebrochene Stämme, zerzauste Kronen und entwurzelte Bäume. Einen solchen Winter hat er noch nicht erlebt. Das Tauwetter an Heiligabend ließ den Schnee, der auf den Ästen lag, zu einem Schwergewicht werden. Der Last musste so mancher Baum kraftlos nachgeben.

Bereits auf dem Weg zum Wald, auf der Kakerbecker Chaussee, sind die Folgen des harten Winters nicht zu übersehen. „Die Äste hängen so tief, da passt kaum noch ein Lkw durch, ohne sie zu berühren“, sagt der Revierförster und biegt kurz darauf mit dem Pkw in einen Waldweg ab. Dieser ist gut befahrbar. Kein Wunder, denn kurz zuvor hatten Waldarbeiter diesen freigeschoben sowie Bäume und Äste entfernt, die den Weg versperrten. In der Zwischenzeit haben sie sich schon einige hundert Meter in das Waldstück vorgearbeitet.

„Wir machen aber nur das Nötigste“, sodass vielleicht noch ein paar Transporter Holz abholen können. Viel mehr soll aber nicht gemacht werden.

Fast alle Baumarten sind betroffen, vor allem die Nadelgehölze. Besonders betroffen sind Birken, hat Dietmar Schulze beobachtet. Es könnte an der Vielzahl kleiner Äste liegen, die den Schnee aufnahmen und so eine besonders große Last zu tragen haben.

„Besonders schlimm ist es um die Jungbestände der Kiefer bestellt“, sagt der Förster. Die Kronen der bis 25 Jahre alten Bäume sind zu schwach für die Schneelast. Sie haben ihr Haupt weit in die Tiefe gesenkt. Das Problem: Sie richten sich nicht mehr von allein auf. „Das ist fast so schlimm wie nach dem Sturm Kyrill“, sagt Dietmar Schulze nachdenklich. Er ist sich nicht sicher, ob es nicht sogar noch schlimmer ist.

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