Der erste Tropfen für den Garten zählt

Der Grundpreis für den Zwischenzähler erhöht sich im nächsten Jahr im Wasserverband Klötze. Dafür wird vom ersten Tropfen für den Garten die Abwassergebühr erstattet.

Klötze - Von Peter Lieske. Etwa jeder sechste Haushalt im Wasserverband Klötze hat einen Zwischenzähler auf dem Grundstück. Da über diesen der Wasserverbrauch zumeist für den Garten abgelesen wird, nennt sich dieser auch Gartenzähler, erläuterte Geschäftsführerin Birgit Tüngler im AZ-Gespräch. Zwischenzähler wurden vor allem dort eingebaut, wo viel Wasser verbraucht wird, aber kein Abwasser anfällt. Das betrifft nicht nur den Garten, sondern beispielsweise das Befüllen einer Tränke in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

In der Verbandsversammlung machte sie auf die Änderung der Gebühr, die im Wirtschaftsplan festgeschrieben steht, aufmerksam. Bislang mussten mindestens 20 Kubikmeter Wasser über den Zwischenzähler verbraucht werden, ehe die Befreiung von der Abwassergebühr zum Tragen kam. Nach dem Verständnis der Geschäftsführerin sollte es eine gerechtere Berechnung geben. Und zwar soll jeder Kubikmeter, der durch den Zwischenzähler läuft, zum Tragen kommen. „Es muss keiner mehr das Wasser laufen lassen, um 20 Kubikmeter zu überschreiten“, sagte Vorsitzender Matthias Mann in der Verbandsversammlung.

Ursache für diese Regelung war der relativ hohe Verwaltungsaufwand, der bei einem Kleinstverbrauch von Trinkwasser anfällt.

Mit der neuen Regelung steigen allerdings auch der Grundpreis für den zweiten Zähler, und zwar von 90 Cent auf 1,30 Euro pro Kubikmeter. Der neue Grundpreis gilt zwar schon ab 1. Januar, allerdings für die bereits installierten Zwischenzähler erst mit dem turnusmäßigen Wechsel. Im Zyklus von sechs Jahren müssen die Zähler entsprechend der Eichfrist ausgetauscht werden, erläuterte die Geschäftsführerin. Bislang mussten die Nutzer des Gartenzählers diesen selbst anschaffen. Um eine bessere Kontrolle zu haben, werden die Zwischenzähler künftig vom Wasserverband gestellt. Diese Zähler werden verplombt. „Dadurch haben wir mehr Kontrolle“, erläuterte die Geschäftsführerin in der Verbandsversammlung.

Sollte die Eichfrist für einen selbst eingebauten Gartenzähler noch nicht abgelaufen sein, dann gilt weiterhin der Grundpreis von 0,90 Euro. Erst mit dem Wechsel des verplombten Zählers erhöhen sich die Gebühren auf 1,30 Euro. Dafür aber, so Birgit Tüngler, wird jeder Kubikmeter Trinkwasser über den Zwischenzähler abwasserseitig erstattet.

Im Grundpreis enthalten ist das Bereitstellen des Wasserzählers, das Auswechseln nach der Eichfrist und die Abrechnung. Mit dieser Auflistung machte Birgit Tüngler deutlich, dass die Grundpreiserhöhung ihre Berechtigung habe.

Etwa 1000 Zwischenzähler sind derzeit im Wasserverband registriert. Es habe auch Überlegungen gegeben, alle zum Stichtag 1. Januar 2011 zu wechseln. Doch im Interesse des Kunden, der bereits in seinen Zwischenzähler investiert hatte, wählte der Verband die Auslauf-Modell-Variante, sodass spätestens in sechs Jahren im Wasserverband jeder Zwischenzähler verplombt ist und keiner mehr einem Privateigentümer gehört.

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