Vermarktung wird zentral abgewickelt

163 Abschüsse an zwei Tagen: Erfolgreiche Jagden im Klötzer Wald

An zwei Jagdtagen waren jeweils rund 130 Jäger im Klötzer Wald unterwegs. Dabei wurden am ersten Tag 78 und am zweiten 85 Stücke Wild erlegt und vor Ort ausgeweidet. Fotos (2): Hartmann
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An zwei Jagdtagen waren jeweils rund 130 Jäger im Klötzer Wald unterwegs. Dabei wurden am ersten Tag 78 und am zweiten 85 Stücke Wild erlegt und vor Ort ausgeweidet. 

Klötze – Die Jäger aus der Region Klötze hatten in den vergangenen Tagen viel zu tun. Bei zwei Jagdterminen wurde auf 1500 Hektar gejagt. Am Dienstag wurden bei Döllnitz sechs Stück Damwild, 52 Stück Schwarzwild und 20 Rehe geschossen.

Ausgewachsene Wildschweine können je nach Geschlecht und Größe bis zu 100 Kilogramm schwer sein.

„Heute verzögert es sich ein wenig“, erklärte Dietmar Schulze, Revierleiter in Klötze, beim zweiten Jagdtermin am Mittwoch. Der Dauerregen hätte die Jagd erschwert, weshalb sich auch die Auszählung verzögerte. Nachdem die Tiere gewogen waren, konnte er Bilanz ziehen: Am zweiten Jagdtag konnten die 130 Jäger, am ersten waren es 134, zwei Stück Damwild, 71 Stück Schwarzwild, elf Stück Rehwild und einen Fuchs erlegen. Den größten Jagderfolg hatten Lutz Friedrichs und Timo Neumann mit jeweils vier Stück Schwarzwild und einem Stück Rehwild sowie Norbert Wewering mit vier Stück Schwarzwild. Die beiden Stücke Damwild wurden von Christian Jeschke und Stefan Pfeil erlegt. Unfälle gab es nicht. Einen gewissen Anteil daran hat sicherlich die orange-leuchtende Schutzkleidung, die nahezu alle Jäger tragen. So sind sie selbst im dunklen Wald bei nur geringem Lichteinfall zu sehen. Unerwarteterweise sind einige der Jacken und Westen mit grauen Tarnmustern oder Pflanzenteilen bedruckt. Ein Tarneffekt, der das menschliche Auge nicht täuschen kann. Bei Schalenwild – die Hufe oder Klauen von Paarhufern wie Wildschweinen, Damwild und Rehen werden auch Schalen genannt – könne es jedoch seinen Zweck erfüllen, wie einer der beteiligten Jäger erklärt. Diese Tiere können Rot nicht sehen und nehmen es stattdessen in Grautönen wahr. Viel besser erkennen und unterscheiden können sie jedoch Grüntöne, was einer der Gründe dafür ist, dass die klassische grüne Jagdkleidung oder gar für den menschlichen Sehsinn entwickelte militärische Tarnkleidung immer unbeliebter wird. Dass Jäger eine Kopfbedeckung tragen, ist jedoch nicht nur dem Schutz vor Wind und Wetter sowie der Anbringung des Bruchzeichens – nach der Jagd wird den erfolgreichen Jägern ein abgebrochenes Stück Grün an den Hut gesteckt – geschuldet. Ein Hut hilft auch dabei das für Tiere auffällig helle Gesicht von Menschen zu verdecken und seine Kopfsilhouette zu verschleiern.

Die Bejagung findet jedes Jahr zu ungefähr dieser Jahreszeit statt, wie Dietmar Schulze erklärte. Dabei werde der jeweilige Zuwachs bei den Tieren herausgeschossen.

Wildtiere wie Reh, Hirsch und Wildschwein haben in Deutschland keine nennenswerten Fressfeinde und könnten sich deshalb fast unbegrenzt vermehren, wenn ihre Population nicht regelmäßig ausgedünnt würde. Ohne den menschlichen Eingriff würde die Natur, wegen des Pflanzenverbisses, und der Mensch leiden, wenn sich die Tiere auf der Suche nach Nahrung in die Städte vorwagen.

Die beiden vom Landesforstbetrieb organisierten Jagden waren sogenannte Ansitz-Drückjagden. Diese sind eine Kombination aus der Ansitzjagd, bei der die Jäger an einer geeigneten Stelle, wie einem Hochsitz, auf das Wild warten, und der Drückjagd, bei der die Tiere zu den Schützen getrieben werden. Erlegt werden die Tiere vorzugsweise mit einem Blattschuss. Dabei wird auf einen Bereich knapp hinter dem Schulterblatt, daher der Name, gezielt. So wird mit einem Schuss direkt das Herz oder die Lunge zerstört, was zum sofortigen Tod führt. Selbst bei einem nicht optimalen Treffer führt der plötzliche Abfall des Blutdruckes zum Eintritt des Todes nach wenigen Sekunden.

Die erlegten Tiere werden nach Abschluss der Jagd direkt ausgenommen und zeitnah gewogen. Das Wild wird zentral von einem Händler aus der Region vermarktet. Dabei werden pro Tag etwa 20 Stück an Privatleute verkauft. Die Jäger haben für ihr selbst erlegtes Wildbret dabei jeweils das Vorkaufsrecht.

VON STEFAN HARTMANN

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