Tierparkplaner machte erste Vorschläge zur Umgestaltung der Klötzer Arche Noah

Erdmännchen als Bummi-Ersatz?

+
„Eintritt frei“: Das müsste sich im Klötzer Tierpark Arche Noah allerdings ändern, wenn die vorgeschlagenen Umgestaltungen in Angriff genommen werden.

Klötze. Der Bürgermeister ist schon begeistert, jetzt muss er nur noch den Stadtrat auf seine Seite ziehen. Wenn sich am morgigen Mittwoch im Rathaus die Mitglieder des Klötzer Hauptausschusses treffen, wird Bürgermeister Matthias Mann über einen fruchtbaren Besuch berichten.

Und hoffen, dass sich die Stadträte bereit erklären, etwas Geld in die Hand zu nehmen. Geld, um ein Konzept für die Umgestaltung des Klötzer Tierparks Arche Noah machen zu lassen. Tierparkplaner Eckhard Wiesenthal aus Gleichen aus der Nähe von Göttingen in Niedersachsen war vor einigen Tagen in der Purnitzstadt zu Gast. Er sah sich den Tierpark an, der nach der Winterruhe seine beiden Bären abgeben wird. Ein neues Konzept muss her, um die Arche Noah auch weiter für Besucher attraktiv zu machen. Gleich ein paar Stunden war der Tierparkplaner in der Anlage unterwegs. „Einige konstruktive Vorschläge hat er bereits gemacht“, berichtete Matthias Mann im AZ-Gespräch. Nun soll Eckhard Wiesenthal ein Angebot machen, was eine Konzeption für den neu gestalteten Tierpark kosten würde. Wenn die Stadträte sich überzeugen lassen, kann er einen Teil seiner Ideen in Angriff nehmen. Alle werden sich wohl nicht finanzieren lassen, klingen aber toll. Zum Beispiel sei er von dem alten Baumbestand auf dem Gelände am Klötzer Ortsausgang ganz begeistert gewesen, berichtete Matthias Mann. Einen Baumwipfelpfad, um neue Einblicke auf den Tierpark zu gewinnen, wäre eine Möglichkeit, die Einrichtung attraktiver zu machen. Eine andere Idee des Tierparkplaners war ein Hochseilgarten. Er hatte dem Bürgermeister erklärt, dass bei einem modernen Tierpark die ganze Familie angesprochen werden müsste. So könnten durch einen Klettergarten vor allem Jugendliche für den Besuch im Tierpark begeistert werden. Auch für Senioren hatte Eckhard Wiesenthal bereits einen ersten tollen Vorschlag, informierte der Bürgermeister. Der Tierparkplaner war von der Nähe des Tierparks zum Seniorenwohnpark angetan und regte Patenschaften an. So könnten die Senioren, die neu in die Einrichtung ziehen und ihr Haustier nicht mitnehmen können, ihre Lieblinge im Tierpark abgeben. Dort könnten sie die Vögel und Kaninchen nicht nur regelmäßig besuchen, sondern auch bei der Pflege und Fütterung der Tiere mithelfen. Der Tierbestand generell müsse überdacht und besser geplant werden, hatte Eckhard Wiesenthal dem Bürgermeister erläutert. So ist es heutzutage in Tierparken und Wildgehegen unüblich, Rot- und Damwild zu halten. Besser sei es, sich auf eine Art zu konzentrieren. In Klötze jedoch gibt es noch beide Wildarten, die ihre Gehege relativ dicht beieinander haben. Statt der Bären, die bislang die Attraktion in der Arche Noah waren, sollen künftig poussierliche kleinere Kerlchen die Herzen der Besucher im Sturm erobern: Erdmännchen. Sie sind nicht nur putzig zu beobachten, sondern auch relativ einfach in Gruppen zu halten, hatte der Tierparkplaner dem Bürgermeister erläutert. Dazu könnten Fuchs und Hase zu einer Attraktion werden. Dann nämlich, wenn sie vor allem für die Kinder spannend präsentiert werden. Denkbar sei ein Tunnelnetz, dass nicht nur die Gehege durchzieht. Parallel dazu könnten auch Tunnel für Kinder angelegt werden. Beim Durchkriechen stehen sie dann plötzlich Auge in Auge mit einem Erdmännchen, nur durch eine Glasscheibe zum Beobachten getrennt. „Selbstverständlich lässt sich die Umgestaltung nicht auf einen Schlag machen“, warnt Matthias Mann vor zu großer Euphorie. In mehreren Jahresscheiben müsse geplant werden. Allerdings hofft er, für dieses Vorhaben eine Leaderförderung akquirieren zu können. „Wichtig ist, auf eine tiergerechte Haltung zu achten“, hat der Bürgermeister aus dem Gespräch mit dem Tierparkplaner als wichtigste Erkenntnis mitgenommen. Und die Gestaltung müsse von Fachleuten konzipiert werden, die die Bedürfnisse der Tiere und der Besucher sehr gut kennen. Eine alte Idee könnte bei der Umgestaltung des Tierparks wieder zur Geltung kommen, nämlich die Anregung von Dr. Wilfried Schielke, eine Wassertretstelle mitten im Tierpark zu bauen. „Dann könnte der Tierpark gleichzeitig als Kurpark ganz im Sinne Kneipps genutzt werden“, erläuterte Matthias Mann im AZ-Gespräch. Bei Eckhard Wiesenthal ist er mit dieser Idee sicherlich gut aufgehoben, denn er ist weitläufig mit dem Klötzer Kneipp-Vorreiter verwandt. „Und vielleicht bietet uns das Ganze auch die Gelegenheit, das angrenzende Kurhaus zu vermarkten“, hofft der Bürgermeister auf einen weiteren Nebeneffekt.

Von Monika Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare