Ingrid Schumann legt sich fest

Entscheidung zum Böckwitzer Museum: „Wir lösen den Verein auf“

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Aus der Minimalbesetzung von drei Vorstandsmitgliedern hat nun auch noch Kerstin Ickert (r.) ihren Rückzug aus dem Verein erklärt. Ingrid Schumann (Mitte) will den Museumsverein deshalb auflösen.

Böckwitz – „Ich höre definitiv auf“, lässt sich Vorsitzende Ingrid Schumann nicht von ihrem Rücktrittsentschluss abbringen. Und damit habe sich die Geschichte des Böckwitzer Museumsvereins wohl bald erledigt, vermutet sie.

„Ich habe die Schnauze voll, denn ich bekomme keinerlei Unterstützung“, ärgert sich die Böckwitzerin.

Jahrelang hat sich die Vorsitzende nahezu allein um das Grenzmuseum und vor allem den Bauerngarten gekümmert. In der Ausstellungsscheune entstanden Toiletten und eine kleine Küche, ein Versammlungsraum wurde in Eigenleistung ausgebaut. Dazu wurde das Museum umgestaltet, der Fokus von den landwirtschaftlichen Geräten weggenommen und stärker auf die Grenzgeschichte gelegt.

Problematisch gestaltete sich in den vergangenen Jahren das Verhältnis zu den Mitgliedern. Mehrere, vor allem Vorstandsmitglieder, erklärten nach Auseinandersetzungen mit der Vorsitzenden ihren Rückzug. Zwei Versammlungen waren nötig, um überhaupt wieder einen minimal besetzten Vorstand zusammenstellen zu können. Doch auch von diesem ist nur noch ein Rest übrig: Neben Ingrid Schumann, die bereits zum Jahresende ihren Rücktritt erklärt hatte, aber das Amt erst durch eine Neuwahl aufgeben kann, ist nur noch Jürgen Bammel als Kassenwart aktiv.

Kerstin Ickert, die als Schriftführerin im Vorstand fungierte, hat inzwischen ebenfalls ihren Rücktritt aus dem Verein erklärt. „Wir sind nur noch zu zweit, das geht nicht“, so Ingrid Schumann. Mitglieder aus dem Verein, die im Vorstand mitarbeiten wollen, hat die Böckwitzerin nicht gefunden, schon gar nicht einen Nachfolger für das Amt als Vorsitzender.

Eine Eröffnung zum 1. April hat es nicht gegeben, dennoch war in diesem Monat gelegentlich auf dem Museumsgelände Betrieb. „Das sind Anmeldungen, die ich schon im vergangenen Jahr angenommen habe, als ich nicht wusste, dass das Museum nicht öffnet“, erklärt Ingrid Schumann gegenüber der AZ. So hatte sie einmal den Versammlungsraum vermietet, empfing in der vergangenen Woche die Beetzendorfer Gymnasiasten bei ihrer jährlichen Radtour und hat ein weiteres Kaffeetrinken von einer Besuchergruppe angenommen. „Neue Anmeldungen sind aber nicht mehr möglich“, betont die Böckwitzerin.

Sie ärgert sich darüber, dass sie von der Stadt Klötze keine Unterstützung erhält. Das Museum habe auch keine ABM-Kraft über eine Maßnahme bekommen. „Es kommt nicht mal jemand von der Stadtwirtschaft, um den Rasen zu mähen, damit alles gepflegt aussieht“, schimpft Ingrid Schumann. Der Bauerngarten, den sie über Jahre gepflegt hat, ist schon verwildert.

Zwar hatte der CDU-Landtagsabgeordneter Uwe Harms ihr versprochen, so berichtet Ingrid Schumann, sich mit der Stadt über die Zukunft des Museums in Verbindung zu setzen, aber auch darauf hat sie bislang noch keine Resonanz bekommen. Ihre Schlussfolgerung: „Wir lösen den Verein auf.“ Das Grundstück, auf dem sich das Museum und der Bauerngarten befinden, ist ohnehin weiter in privater Hand, da nie ein langfristiger Nutzungsvertrag zustande kam, der nötig gewesen wäre, um Fördermittel für das Museum zu erhalten.

VON MONIKA SCHMIDT

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