Emma Wiegmann (17) absolviert soziales Jahr in einem Behindertenwohnheim

„Alles andere ist langweilig“

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Emma Wiegmann (17) beim Memory-Spiel mit einer Bewohnerin im Caritaswohnheim Friedrich Lorenz in Beetzendorf. Die junge Frau geht mit Lebensfreude und viel Engagement an die Arbeit.

Beetzendorf. „Meine Freunde haben mich erstmal ausgelacht. Die konnten sich da nicht reinversetzen“, erzählt Emma Wiegmann (17) ohne Umschweife.

Seit dem Herbst absolviert die junge Frau ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Caritaswohnheim Friedrich Lorenz in Beetzendorf und erledigt ihre Aufgaben dort mit viel Lebensfreude. Die Arbeit mit behinderten Menschen sieht Emma als Herausforderung.

„Der erste Tag war ganz schlimm. Ich wusste ja nicht, wie man mit den Behinderten umgehen soll. Aber nach ein paar Wochen war ich drin“, sagt die Klötzerin. Warum sie sich gerade für freiwillige Arbeit in diesem Bereich entschieden hat? „Alles andere ist doch langweilig“, erzählt Emma frei heraus. Dass ihr die Arbeit mit den Menschen mit teils schweren geistigen Handicaps Spaß macht, sieht man im Alltag. „Du schummelst ja schon wieder“, ermahnt sie eine Bewohnerin lächelnd beim Memoryspielen. Eingesetzt wird Emma in allen Bereichen des Hauses. „Ich wasche die Leute, helfe beim Frühstückmachen und bin bei allen Angeboten dabei“, erzählt die 17-Jährige, die in einem Monat ihren 18. Geburtstag feiert. „Dann kann ich mit dem Auto fahren“, erzählt Emma, die an ihren Arbeitstagen derzeit noch morgens um 6.10 Uhr in Klötze auf den Bus wartet.

Julia Morys, pädogogische Leiterin des Wohnheims, freut sich über die engagierte Mitarbeiterin. „Bei uns ist das FSJ eine feste Größe“, erklärt Morys. Wenige Wochen Praktikum machen aus ihrer Erfahrung heraus keinen Sinn. „Wir müssen bei den Bewohnern ja eine Kontinuität schaffen und das klappt nicht, wenn ein Praktikant schon nach zwei Wochen wieder weg ist“, meint Morys. Die Nachfrage nach dem FSJ-Platz sei eher gering, berichtet Julia Morys anschließend. „Dafür sind wir in der Umgebung nicht so bekannt“, glaubt die Leiterin das Manko zu kennen. Zumeist arbeiten auch in Beetzendorf Frauen im Wohnheim. „Das ist leider immer noch typisch“, würde sich Morys auch über Bewerbungen von jungen Männern freuen.

Wer weitere Infos zum FSJ benötigt, kann sich bei Julia Morys in Beetzendorf unter Tel. (0 39 000) 900 36 melden.

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