Einziger Bewerber

Pfarrer Joachim Geis aus Würselen wurde mit Ehefrau Denise und dem sechseinhalb Monate alten Sohn Jonas in der Beetzendorfer Kirche mit offenen Türen empfangen.

Beetzendorf - Von Monika Schmidt. Ein bisschen wirkte es wie ein Vorstellungsgespräch mit Zuschauern: Joachim Geis aus Würselen bei Aachen bewirbt sich um das Amt als Beetzendorfer Pfarrer. Mit einem Gottesdienst, einem Vortrag und einer anschließenden Diskussion stellte er sich dem Pfarrbereich gestern Nachmittag in der Beetzendorfer Marienkirche vor.

Der 35-Jährige ist nunmehr der einzige Bewerber für die Nachfolge von Ute Mertens. „Der zweite Bewerber wurde vom Landeskirchenamt nicht zugelassen“, informierte Superintendent Matthias Heinrich zu Beginn des Gottesdienstes. Am Montag, 26. Juli, findet die Wahl des neuen Pfarrers statt. Die Entscheidung obliegt allein den Gemeindekirchenräten des Pfarrbereichs Beetzendorf-Jeeben. Würde er gewählt, hat Joachim Geis eine Woche Zeit, die Wahl anzunehmen. Am Sonntag, 1. August, wird das Ergebnis verkündet. Anschließend gibt es ein 14-tägiges Einspruchsrecht. Zudem muss die Wohnung im Beetzendorfer Pfarrhaus noch renoviert werden, aber dann könnte der neue Pfarrer seine Stelle sofort antreten.

In Bonn und Wien hat Joachim Geis Theologie studiert. In seiner Heimatstadt Würselen arbeitet er zurzeit im Schuldienst, sein Vikariat machte er jedoch in einer ländlichen Gemeinde im Kirchenkreis Aachen. „Die Gemeinschaft auf dem Lande ist einfach stärker als in der Stadt“, nannte er als einen Grund, warum er sich um die Beetzendorfer Pfarrstelle beworben hat. Aachen liegt ja nicht gerade um die Ecke der Altmark, trotzdem ist diese ihm vertraut. Seine Frau Denise stammt aus Halle. Wenn es mit der Bewerbung klappen würde, würde die Familie auch wieder etwas näher an die Schwiegereltern in Halle rücken.

„Ich kann gar nicht nachvollziehen, dass es so schwierig ist, Pfarrstellen auf dem Land zu besetzen“, wunderte sich Joachim Geis. Auch die Aussicht auf 14 verschiedene Kirchen, in denen er im Beetzendorfer Pfarrbereich predigen könnte, erschrecke ihn nicht. „Das ist eine besondere Herausforderung“, betonte er. Bei seinem Vortrag, dessen Thema ihm vom Superintendenten in Abstimmung mit dem Gemeindekirchenrat gestellt wurde, ging es genau um dieses Thema: Die Gemeinde. Wie sie eine Heimat sein kann, welche Arten der Gemeinde es gibt und wie die Gemeinde ausgestattet sein sollte, diskutierte Joachim Geis mit den Besuchern des Gottesdienstes nach dem Kaffeetrinken. „Das ist eine gute Gelegenheit, um sich gegenseitig kennen zu lernen“, versprach sich der Superintendent für beide Seiten einen Gewinn der Diskussion. Denn es gab für die Gemeindeglieder dabei auch die Gelegenheit, Fragen an den möglichen neuen Pfarrer zu stellen. „Ich koche sehr gern“, sagte Joachim Geis auf die Frage nach Hobbys.

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