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Einwohnerzahl in Klötze sinkt weiter

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Von: Monika Schmidt

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Mit sechs Einwohnern mehr machte das Örtchen Rappin 2021 mit einem plus von 17,1 Prozent den größten Sprung in der Einwohnerstatistik.
Mit sechs Einwohnern mehr machte das Örtchen Rappin 2021 mit einem plus von 17,1 Prozent den größten Sprung in der Einwohnerstatistik. © Wolfram Weber

Klötze – Eine Konsequenz aus den sinkenden Einwohnerzahlen in der Stadt Klötze ist schon absehbar. Bei der nächsten Kommunalwahl werden nicht mehr 28, sondern nur noch 20 Stadträte für das Klötzer Gremium gewählt. Denn dadurch, dass Klötze bei den Einwohnern unter die 10 000er Marke rutscht, wird die Einheitsgemeinde von der Kommunalverfassung auch anders eingestuft.

Darauf macht auf AZ-Anfrage Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps aufmerksam. Weitere Konsequenzen fürchtet er derzeit keine. Auszuschließen sind sie aber nicht. Denn bei der Gebietsreform, mit der es 2010 zur Bildung der Einheitsgemeinde Klötze kam, war eine Voraussetzung, dass die neuen Gebilde mindestens 10 000 Einwohner umfassen mussten. Seitdem ist die Einwohnerzahl in Klötze und den Ortsteilen stetig zurückgegangen. 121 sind es am 31. Dezember 2021 nach Zählung des Klötzer Einwohnermeldeamtes bei den Einwohnern mit Hauptwohnsitz weniger gewesen als noch im Jahr davor. 9949 Männer und Frauen leben in der Einheitsgemeinde Klötze nur noch. Und auch in der Kernstadt Klötze selbst ist der Rückgang von Einwohnern anhaltend. Mit 4478 Einwohnern ist die Kernstadt aktuell von Zahlen früherer Jahre, als über 5000 Menschen in der Kernstadt lebten, weit entfernt.

Nur dann, wenn Haupt- und Nebenwohnsitz zusammengenommen werden, wird noch eine Zahl von über 10 000 Einwohnern erreicht. Dann ermittelt die Statistik 5236 Männer und 5285 Frauen, die in der Einheitsgemeinde ihren Wohnsitz gemeldet haben, zusammen ergibt das 10 521 Einwohner.

Mit Nebenwohnsitz gemeldet waren zum 31. Dezember 2021 572 Einwohner (Vorjahr: 586).

Wie in fast jedem Jahr sind die prozentual stärksten Verluste in den kleineren Orten auszumachen. Wenn in Böckwitz die Einwohnerzahl von 131 auf 123 sinkt, machen die acht Einwohner weniger einen Rückgang von 6,5 Prozent aus. Die 113 Einwohner weniger, die die Kernstadt Klötze verzeichnet, entsprechen dagegen nur 2,5 Prozent. Böckwitz hat damit 2021 prozentual die meisten Einwohner verloren, gefolgt von Trippigleben (minus 4,9 Prozent) und Lockstedt (minus 3,6 Prozent).

Der Gewinnerort des Jahres 2021 ist der Kunrauer Ortsteil Rappin. Dort stieg die Einwohnerzahl um 17,1 Prozent von 35 auf 41, auch wenn das effektiv „nur“ sechs zusätzliche Einwohner in dem kleinen Ort sind. Gewonnen haben auch Nesenitz mit sieben Einwohnern mehr (plus 14,6 Prozent) und Röwitz mit 13 Einwohnern mehr (plus acht Prozent).

Immerhin in acht Orten ist die Einwohnerzahl gegenüber dem Jahr 2020 angestiegen, in vier Orten gab es keine Veränderungen. 13 der 24 Orte in der Einheitsgemeinde Klötze haben Einwohner verloren.

Bezogen auf den Hauptwohnsitz leben in der Einheitsgemeinde 4932 männliche und 5017 weibliche Einwohner. Vor allem in der Kernstadt Klötze sind die Frauen mit 2320 gegenüber 2158 Männern eine deutliche Übermacht. Auch in Neuferchau dominieren die Frauen (192) gegenüber den Männern (179), ebenso in Trippig-leben mit 79 Frauen gegenüber 65 Männern. Umgekehrt sieht es zum Beispiel in Kusey aus: Dort sind die Männer mit 401 deutlich in der Mehrheit gegenüber den 378 gemeldeten Frauen. Und auch in Steimke wohnen mehr Männer (229) als Frauen (191).

Kleinstes Dorf in der Einheitsgemeinde ist Altferchau mit 29 Einwohnern, gefolgt von Dönitz mit 40 und Rappin mit 41 Einwohnern. Nach Klötze ist Kusey mit 779 Einwohnern der zweitgrößte Ort, gefolgt von Kunrau mit 757 und Jahrstedt mit 596 Einwohnern.

Im Hauptausschuss, bei dem Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps die Statistik vorstellte, erwähnte er außerdem, dass es im vergangenen Jahr 362 Zuzüge in die Einheitsgemeinde geben hat, 2020 waren es 350. Weggezogen sind 375 Menschen, im Jahr 2020 hatten 344 Menschen der Einheitsgemeinde den Rücken gekehrt. Außerdem gab es 2021 73 Geburten und 175 Sterbefälle.

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