Einwohner fordert Einzelanträge

Aktuell gibt es keine geeignete Förderung für das Kunrauer Bad

Ralf Schumann hält ein Mikro in der Hand.
+
Ralf Schumann hatte als Einwohner keine Möglichkeit, Widerspruch gegen das Stadtratsprotokoll einzulegen.
  • Birgit Stephani
    VonBirgit Stephani
    schließen

Kunrau / Neuferchau – „Ich hatte auf eine Tischvorlage gehofft“, meldete sich Einwohner Ralf Schumann bei der jüngsten Stadtratssitzung in Neuferchau zu Wort. Denn er war mit dem Protokoll der vorigen Sitzung, in dem er zitiert wurde, nicht einverstanden. Als Einwohner hatte er aber keine Möglichkeit, zum Protokoll Stellung zu nehmen, da dies von den Stadtratsmitgliedern abgesegnet und bestätigt wird.

Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski war jedoch über das Anliegen informiert und konnte dem Kunrauer antworten: „Wir können nicht über Ihre Änderung befinden“, erklärte er. Denn neben seiner eigenen Wortmeldung fand Ralf Schumann auch die Antwort des Bürgermeisters im Protokoll nicht richtig wiedergegeben. Dies Problem könne nur im Gespräch mit dem Bürgermeister geklärt werden, betonte Klaus Ewer-towski. „Da müssen wir warten, bis der Bürgermeister wieder da ist“, bat er um Geduld. Dann könne über den Einwand beraten werden. Die Stadtratsmitglieder selbst hatten keine Widersprüche im Protokoll entdeckt und hatten dieses bestätigt.

Ralf Schumann hatte aber noch weitere Anliegen an den Stadtrat und kam wiederum auf das Kunrauer Freibad zu sprechen. Seine weitausholenden Bemerkungen wurden aber von den Stadträten unterbunden. „Das müssen wir nicht nochmal hören. Stellen Sie Fragen“, forderte Klaus Vohs. Und auch Klaus Ewertowski bat darum, nicht zu weit auszuholen, sondern eine Frage zu formulieren. Das tat Ralf Schumann auch: „Warum ist mit dem Klötzer Bad anders verfahren worden als mit dem Kunrauer Bad?“, wollte er wissen. Der Kunrauer verwies darauf, dass für die Sanierung des Klötzer Bades im Haushaltsjahr 2021 zwei Maßnahmen und zwei Fördermittelanträge verzeichnet sind und für Kunrau in der Arbeitsgruppe Bäder nur ein Kostenvoranschlag über 1,5 Millionen Euro vorgelegt wurde, der nicht zu finanzieren ist (AZ berichtete).

Ralf Schumann hätte sich gewünscht, dass auch für die notwendigen Sanierungsarbeiten im Kunrauer Bad verschiedene Lose gebildet würden: Eins für das Schwallbecken, eins für die Filteranlage, eins für den Badeinlauf. Dann wären die Kosten für die Einzelmaßnahmen nicht so hoch und es könnten Förderanträge gestellt werden, argumentierte der Kunrauer. „Für Klötze wurde das cleverer gemacht“, schätzte er ein.

Dem widersprach Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps bei der Sitzung energisch: Er verwies auf unterschiedliche Konstellationen fürs Kunrauer und fürs Klötzer Bad. Der Antrag für die Nutzung der Nahwärme fürs Kunrauer Bad beispielsweise „war sehr lange in der Bearbeitungsschiene“. Inzwischen steht fest, dass die Nahwärme nicht genutzt werden kann, da die Biogasanlage nicht mehr lange genug betrieben wird. „Der Fördermittelgeber möchte, dass am Ende einer Maßnahme der Gegenstand auch betriebsbereit ist“, erläuterte Matthias Reps. Das sei nur bei einem Komplettantrag möglich. Für die Sanierung des Kunrauer Bades gebe es aktuell keinen Fördertopf, der genutzt werden kann. „Wir als Verwaltung halten nach Möglichkeiten Ausschau, das Bad zu erhalten“, versicherte Matthias Reps. Es müsse aber eine Förderung geben. „Aus Eigenmitteln kann die Stadt das nicht finanzieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare