Debatte um den Stellenplan

Klötzer Verwaltung soll nicht weiter wachsen

Eine Seite des Klötzer Etats mit dem Wappen der Stadt
+
Der Stellenplan ist in der Stadt Klötze Bestandteil des Haushaltes.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
    schließen

Für eine weitere Stelle im Klötzer Rathaus, sehen die Hauptausschussmitglieder keine Notwendigkeit.

Klötze – Zwar stand im jüngsten Hauptausschuss die Beratung über den Haushalt der Stadt Klötze für dieses Jahr auf der Tagesordnung, ein komplettes Zahlenwerk lag den Stadträten aber nicht vor. Nur stückweise hatte die Verwaltung Informationen zum Haushalt in einzelnen Mails verschickt. Nicht nur das sorgte für Kritik. Denn zum Haushalt gehört auch ein Stellenplan – und in diesem war die Schaffung einer weiteren Verwaltungsstelle noch für 2021 vorgesehen. „Das ist die neunte Stelle in zwei Jahren“, rechnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Kleine vor. Damit gebe es einen Personalzuwachs von zwölf Prozent in der Kernverwaltung. „Das ist mutig bei der Haushaltslage“, spottete er und regte an, dass sich die Verwaltung besser Gedanken über Umstrukturierungen im Rathaus machen sollte, anstatt ständig neue Stellen auszuschreiben. Dieses Mal geht es um eine EDV-Stelle, mit der die Digitalisierung vorangetrieben werden soll.

Wer auf der Stadthomepage die Mitarbeiterliste der Verwaltung anklickt, stößt inzwischen auf 37 Namen. Ein Fakt, der auch von den anderen Fraktionen des Stadtrates kritisch gesehen wird. So hatte sich auch CDU-Fraktionschef Henry Klipp den Punkt mit der Personalstelle angemarkert. „Bei einer ähnlichen Lage haben wir für 2020 zugestimmt“, erinnerte er, dass schon mit dem Haushalt 2020 neue Stellen geschaffen wurden. Auch er sprach sich für Umbesetzungen aus und kündigte keine Zustimmung für den Haushalt an. Alexander Kleine hätte sich Informationen vom nachträglich vom Stadtrat bewilligten Personalmanager zur Verwaltungszukunft erhofft, aber er stellte fest, dass es diese Stelle im Rathaus schon gar nicht mehr gibt.

Bürgermeister Uwe Bartels kämpfte für die Stelle. Es werde immer nur auf die Verwaltung geschimpft, ärgerte er sich. Aber die höchsten Personalkosten zahlt die Stadt für den Bereich Kita und Schulen (4 Millionen Euro) sowie eine Millionen Euro für die Stadtwirtschaft. Die Kernverwaltung mache 2,1 Millionen Euro der Personalkosten aus. „Es gibt so viele Aufgaben und Auflagen, die erfüllt werden müssen“, erinnerte der Stadt-Bürgermeister. „Gerade bei der Digitalisierung sind wir sehr spärlich aufgestellt“, warb er für Zustimmung zur neuen Stelle. „Es bleibt so viel liegen. Es müssten auch mal Vorschläge vom Stadtrat kommen, was wir ändern sollen“, regte Bartels an.

Etat nur ohne die Stelle mehrheitsfähig

Henry Hartmann warb darum, dass nicht über den Haushalt neue Stellen geschaffen werden sollten, sondern diese mit den Stadträten im Vorfeld besprochen werden. „Wäre die Stelle für 2021 nicht drin, könnte ich dem Haushalt zustimmen“, kündigte Alexander Kleine an. Auch die UWG-Fraktion hatte Zustimmung zum Etat signalisiert. Für 2022 könne über die neue Stelle diskutiert werden. Da sie, wie Marco Wille auf Nachfrage erfuhr, ohnehin in diesem Jahr nicht mehr besetzt werden kann, da der Haushalt vermutlich erst im Dezember genehmigt wird, herrschte Konsens, den Etat ohne die neue Stelle zu beschließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare