Eine Schwebebahn im Kirchturm

Historische Glocke in Immekath bekommt neuen Klöppel

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Henry Lösche hat den neuen historischen Flaschenklöppel in der Glocke angebracht. Er sorgt für den sanften Klang.

Immekath. Sie ist zwar die kleinste Glocke im Immekather Kirchturm, aber eine historisch sehr wertvolle. Deshalb hat sich der Gemeindekirchenrat dazu entschieden, die Glocke neu aufhängen zu lassen.

Warum der Name von Herbert Randau aus Immekath und das Datum 1958 in der Glocke steht, ist Erika Schultze noch ein Rätsel.

„Dann kann in Zukunft wieder mit dem vollen Dreiklang geläutet werden“, freut sich Kirchenratsvorsitzende Erika Schultze. Henry Lösche von einer Berliner Glockentechnikfirma war gestern im Kirchturm beschäftigt. Er hatte für die Glocke aus dem 14. Jahrhundert bereits ein neues Joch gebaut, die Aufhängung erneuert und einen neuen Klöppel eingebaut. „Das ist ein historischer Flachenklöppel“, zeigt er auf die längliche Form, während in den anderen beiden Glocken Rundballklöppel für den richtigen Klang sorgen. Die kleine Glocke ist noch aus Bronze, die beiden anderen – nach den Weltkriegen gegossen – sind aus Eisen. Der Flaschenklöppel ist leichter als ein runder und schlägt deshalb „sanfter und gemütlicher an“, erklärt der Glockentechniker.

Zudem kümmerte sich Henry Lösche um eine neue Elektrifizierung des Läutwerks. „Die Glocken können so schonender eingestellt werden.“ Dazu verwendet er modernste Technik. Der Linear-Antriebsmotor funktioniert nach dem Prinzip einer Schwebebahn. Der Motor erzeugt ein Elektromagnetfeld, das die Glocken in Bewegung bringt und berechnet, wie viel Strom nötig ist, um sie am Klingen zu halten. Gestern baute er dann noch den Stundenschlag an die große Eisenglocke, sodass auch die Turmuhr bald wieder regelmäßig schlagen kann. Das neue Geläut soll im November zum ersten Mal mit allen drei Glocken gemeinsam erklingen, kündigte Erika Schultze an.

Von Monika Schmidt

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