Für Einzug der Beetzendorfer Schüler: Arbeiten an Kunrauer Schule sollen bald beginnen

„Ein sehr ehrgeiziges Ziel“

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Michael Olms (l.), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, und Klötzes Stadtoberhaupt Uwe Bartels sahen sich gestern vor Ort um. Ihre Bilanz: Während die Unterrichtsräume mit überschaubarem Aufwand hergerichtet werden können, ist in den Räumen im Untergeschoss viel zu tun.

Kunrau / Beetzendorf. Wenn sich im kommenden Schuljahr 2017/18 die Beetzendorfer Grundschule in eine Großbaustelle verwandelt, sollen die Mädchen und Jungen für ein Jahr in Kunrau unterrichtet werden.

Gestern kamen Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms mit weiteren Mitarbeitern aus beiden Verwaltungen vor Ort zusammen, um nötige Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs in dem seit mittlerweile mehr als zehn Jahren leer stehenden Gebäudetrakt abzustimmen.

Zur Erinnerung: Bis zum Sommer 2005 beherbergte das Gebäude die Sekundarschule Kunrau, nach erfolgter Teilsanierung zog Ende März 2008 die Grundschule ein, die zuvor in einem Backsteinhaus im Ortskern untergebracht war.

Seit nahezu zwölf Jahren steht ein Trakt der Kunrauer Schule (Foto) leer. In diesem sollen ab Mitte August die Grundschüler aus Beetzendorf unterrichtet werden. 

Bis zu acht Klassenzimmer, Räumlichkeiten für den Hort sowie die Sanitäranlagen und die Flure will die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf für ihre Grundschüler flottmachen lassen. „Derzeit gibt es sieben Klassen mit 131 Schülern. Etwa 36 werden dieses Jahr eingeschult, sodass die Anzahl der Klassen auf acht steigen könnte“, erläuterte Olms im Gespräch mit der AZ. Nach Entkernungsarbeiten in dieser und der kommenden Woche sollen die Arbeiten mit Beginn der Winterferien am 6. Februar richtig losgehen. Als erste Maßnahme, noch bevor Elektriker, Fliesenleger, Maler und Maurer aufschlagen, werde die Heizung in Angriff genommen. So seien zwar in allen Stockwerken noch Heizkörper vorhanden, die Hauptstränge zur Heizungsanlage der Grundschule sind jedoch unterbrochen.

Die Klassenräume der Beetzendorfer Schüler sollen auch mit der vor Ort zur Verfügung stehenden Fernwärme beheizt werden. Dafür muss der Gebäudetrakt zunächst wieder angeklemmt werden.

In der Frage der Finanzierung sind sich beide Kommunen einig. Die VG Beetzendorf-Diesdorf übernimmt die Sanierungskosten – die Ausschreibungen sollen in Kürze erfolgen – die Stadt Klötze erhebt im Gegenzug keine Miete. Und kann dafür später die auf Vordermann gebrachten Räumlichkeiten, allen voran die Toiletten, für die Kunrauer Hortkinder nutzen. Ein Wunsch, der seitens des Kunrauer Ortschaftsrates und der Elternschaft schon lange besteht. „Im Endeffekt wird es für beide Seiten weitestgehend kostenneutral“, erklärte Olms nach ersten Schätzungen.

Was jedoch nicht unproblematisch sein werde, ist das relativ knappe Zeitfenster („Bis Juni muss alles fertig sein“), in Anbetracht dessen der VG-Bürgermeister gestern von einem „sehr ehrgeizigen Ziel“ sprach. So hatte der VG-Rat erst in seiner Dezember-Sitzung dem einjährigen Umzug der Grundschule nach Kunrau zugestimmt, nachdem zuvor dem Elternwillen folgend ein Beibehalten des Unterrichts in Beetzendorf während der Bauphase anvisiert war.

Dass das aufgrund von Lärm und Dreck eine unerträgliche Situation für Schüler, Lehrer und letztlich auch für die Eltern gewesen wäre, davon ist Olms überzeugt. Darüber hinaus könne mit dem Umzug auch einem „gigantischen Mehraufwand“ aus dem Wege gegangen werden, der unter anderem einen mehrwöchigen Einsatz von Notstromaggregaten im Beetzendorfer Schulgebäude bedeutet hätte.

Ob beim Essen oder auf dem Pausenhof – geht es nach dem Willen der Bürgermeister sollen die Schüler beider Grundschulen möglichst viel miteinander in Kontakt kommen. „Es soll eine Bereicherung für alle Schüler werden“, so Bartels. Was das Organisatorische betrifft, seien jedoch noch Abstimmungen mit den Lehrkörpern beider Einrichtungen nötig.

Von Matthias Mittank

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