Plusbus-Linie 300 pendelt seit einem Jahr zwischen Klötze und Wolfsburg

Von Klötze in die große Welt hinaus

Ein Bus steht am Klöter ZOB
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Der Plusbus 300 fährt stündlich von Klötze nach Wolfsburg und zurück
  • Birgit Stephani
    VonBirgit Stephani
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Klötze – Im Stundentakt geht es seit fast einem Jahr mit dem Plusbus 300 aus der Altmark nach Wolfsburg. Der Plusbus überwindet im wahrsten Sinne Grenzen – wenn auch nur die zweier Bundesländer. Zeit für eine erste Bilanz. Die AZ hat nachgefragt.

„Die Linie wird sehr gut angenommen“, freut sich NASA-Pressesprecher Wolfgang Ball. Gemeinsam mit der regionalen PVGS koordiniert die NASA den bundesländerübergreifenden Busverkehr. Unter anderem war es die NASA, die sich um die notwendigen Genehmigungen für den Linienverkehr auf niedersächsischer Seite kümmerte.

Konkrete Zahlen zur Auslastung der stündlichen Linie in die niedersächsische Autostadt und zurück nach Klötze gebe es allerdings noch nicht. Solche Zahlen werden erst später erhoben. Grundsätzlich braucht eine neue Buslinie immer zwei bis drei Jahre, bis sie sich durchgesetzt hat, weiß Wolfgang Ball. Konkret habe man daher noch keine Nutzer gezählt. Doch beim Plusbus würden ohnehin andere Regeln gelten. Dabei komme es nicht darauf an, eine umsatzstarke Linie zu schaffen. Vielmehr wollen PVGS und NASA ihrer Verantwortung zur Mobilisierung der Region nachkommen. Das bedeutet, es komme nicht auf die Auslastung an, sondern auf das Vorhandensein der Möglichkeit, ohne Auto auch über die Altmark hinaus mobil zu sein. Der Plusbus 300 bietet die Möglichkeit, schnell und im Stundentakt nach Wolfsburg oder von dort zurück nach Klötze zu gelangen. Auch Salzwedel ist über Beetzendorf an die Linie angeschlossen. Von Klötze aus besteht nicht nur die regelmäßige Möglichkeit nach Wolfsburg, sondern auch nach Magdeburg zu gelangen.

„Die Leute müssen es selbst ausprobieren“, sagt Wolfgang Ball – und das tun sie ausgiebig. So gibt es besonders auf den Dörfern immer wieder Gruppen von Bürgern, die sich einmal pro Woche treffen und gemeinsam nach Wolfsburg fahren. Damit wollen sie vor allem dafür sorgen, dass die Linie auch weiterhin bestehen bleibt und unterstützen den ÖPNV aus eigener Kraft.

Die Sorge, dass die Linie eventuell wieder eingestellt werden könnte, ist nach Angaben von Wolfgang Ball aber absolut unbegründet. Auch die Linienführung habe sich bewährt und soll, so wie sie ist, beibehalten werden.

Das war vor Einführung der Linie 300 ganz anders. Bis dahin fuhr ein Bus von Klötze nach Oebisfelde. Auch von dort gelangt man schnell nach Wolfsburg. Doch diese Linie wurde nicht gut angenommen von den Altmärkern.

Kein Wunder, denn mit dem Plusbus gelangt man ohne Umsteigen direkt in das Zentrum der Autostadt. Der Bus hält direkt am Hauptbahnhof. Von dort sind es für die Reisenden nur noch wenige Schritte in die Innenstadt.

Seit Kurzem ist übrigens auch die Stadt Braunschweig mit in das Projekt einbezogen. Seit dem 1. Januar gelten die Tickets des Verbundtarifes auch auf der Linie 300. Allerdings, ein Ein- und Aussteigen ist nur auf niedersächsischer Seite möglich. Dieses Problem ist auch schon vom Plusbus bekannt, wenn auch in umgekehrter Weise. Der Plusbus darf nur innerhalb von Sachsen-Anhalt genutzt werden. Das Ein- und Aussteigen ist, außer natürlich in Wolfsburg, auf niedersächsischer Seite nicht erlaubt. Genau aus diesem Grund fährt der Bus nach Überschreiten der Grenze zu Niedersachsen auch ohne Halt durch bis zum Hauptbahnhof in Wolfsburg.

Natürlich habe es, gerade zu Beginn, auch Probleme gegeben, räumt Wolfgang Ball ein. Das Ökodorf Siebenlinden beispielsweise fühlte sich durch den Wegfall ihrer bisherigen Buslinie, die direkt im Dorf hielt, benachteiligt. Dafür sei aber inzwischen eine Lösung gefunden worden, sodass NASA und PVGS nach knapp einem Jahr eine durchweg positive Bilanz ziehen können.

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