Mann: Tierparkkonzeption ist voll in die Hose gegangen

„Ein bisschen blauäugig“

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So traurig wie der Esel guckt, präsentiert sich der Klötzer Tierpark schon einige Jahre. Es wurde nicht investiert, sondern auf die Umsetzung des Konzepts gewartet – vergeblich.

mm Klötze. Von lustigen Erdmännchen und putzigen Waschbären in modernen Gehegen, von einem großen Abenteuer-Erlebnisspielplatz und 150 000 Besuchern im Jahr träumte die Klötzer Stadtverwaltung, als sie 2013 ein neues Konzept für den Tierpark in Auftrag gegeben war. 

Eine Millionen Euro Einnahmen an Eintrittsgeldern, schwärmte der Planer vor, für knapp zehn Millionen Euro sollte die Klötzer Arche Noah in zehn Ausbaustufen zu einem Altmark-Zoo umgebaut werden. 

Daraus geworden ist nichts, die Umsetzung der Machbarkeitsstudie liegt auf Eis. In der Amtszeit von Bürgermeister Matthias Mann waren die Tierparkpläne der wohl größte Misserfolg. Das gibt der Kuseyer auch unumwunden zu. „Was wirklich in die Hose gegangen ist, das ist die Tierparkkonzeption, das muss man auch so deutlich sagen. Wir sind da ein bisschen blauäugig rangegangen, haben uns von den ganzen konzeptionellen Sachen, die uns da vorgelegt worden sind, einwickeln lassen“, erklärt der Noch-Bürgermeister im AZ-Gespräch.

„Gut, entschieden hat letztendlich die Tierparkkommission, aber ich als Bürgermeister trage natürlich auch die Verantwortung. Wir hatten ja gesagt, wenn die Fördermittel kommen, fassen wir zu. Aber die Fördermittel sind nicht gekommen. Und dann muss man natürlich auch realistisch sagen, dass das mit so vielen Bussen, wie im Konzept gerechnet wurde, unrealistisch ist, von Anfang an.“

Dass sich im Tierpark mit seinen veralteten und teilweise maroden Gehegen etwas verändern muss, darüber sind sich die Beteiligten einig. Der große Altmark-Zoo wird es nicht werden, das steht auch fest. „Aber es war ein Strohhalm. Letztendlich ist kein Schaden entstanden, außer dass wir vielleicht Zeit verschenkt haben, die nun verstrichen ist“, sieht Matthias Mann nichts Schädliches an der Idee. „Nun muss man in der Perspektive sagen, was ist uns der Tierpark wert und mit welcher Quantität und welcher Qualität soll er betrieben werden“, gibt der Bürgermeister Hausaufgaben an die Arbeitsgemeinschaft Tierpark, die im neuen Jahr mit seinem Nachfolger Uwe Bartels den Tierpark besichtigen und Vorschläge zur weiteren Gestaltung unterbreiten möchte.

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