Deutlicher Einbruch bei der Ausleihe von Non-Book-Medien / Belletristik bleibt im Trend

CDs und DVDs gehen nicht mehr

Iris Wienecke ist stets darum bemüht, den Bestand der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek zu erweitern und aktuell zu halten. „Sturz der Titanen“ von Ken Follett und der neueste Roman von Sarah Lark gehören zu den Neuanschaffungen. Foto: Schmidt

Klötze. Der Trend ist eindeutig und war bislang noch nie so auffallend wie 2011: „Es hat bei der Ausleihe von Non-Book-Medien einen deutlichen Einbruch gegeben“, stellt die Klötzer Bibliotheksleiterin Iris Wienecke beim Blick auf die Statistik des vergangenen Jahres fest.

Musik-CDs werden fast gar nicht mehr nachgefragt. „Vor allem die Jugendlichen laden sich die Musik im Internet runter“, hat Iris Wienecke aus Gesprächen erkannt. Aber auch DVDs laufen nicht mehr so gut wie in den Vorjahren. „Von 3 700 auf 2 100 Entleihungen, das ist schon ein krasser Rückgang“, fasst Iris Wienecke zusammen. Einzig Hörbücher erfreuen sich weiter einiger Beliebtheit, so dass Iris Wienecke aus ihrem Medien-etat Neuanschaffungen machte. Dabei ist ihr aufgefallen, dass die Nutzer vor allem nach lustigen Hörbüchern fragen, zum Beispiel den Dora-Heldt-Romanen, Krimis als Hörbuch dagegen kaum gewünscht sind.

Das ist bei den Büchern anders. „Krimis gehen rauf und runter“, weiß Iris Wienecke. Es hat allerdings im vergangenen Jahr eine Trendwende gegeben. Waren 2010 vor allem die skandinavischen Autoren bei den Lesern aus Klötze beliebt, wollten sie 2011 verstärkt Krimis von deutschen Autoren lesen. Nele Neuhaus, Andreas Winkelmann und Inge Löhnig waren die Renner. Simon Beckett, der noch im Vorjahr mit Hits wie „Leichenblässe“ und „Verwesung“ ein gefragter Autor war, liegt nicht mehr so im Lesetrend. Bei Stieg Larsson wächst die Nachfrage mit jedem neuen Film, der im Kino oder im Fernsehen gezeigt wird.

Seit dem vergangenen Jahr ist die Außenstelle Kunrau der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek ebenfalls komplett im elektronischen Bestand erfasst, so dass auch die dortigen Entleihungen im Computer registriert werden können. So konnten auch die Bücher aus der Außenstelle mit im neuen Internet-Angebot „Web-opac“ angeboten werden, das in Klötze 2011 gestartet wurde und sich bei den Nutzern großer Beliebtheit erfreut. Viele verlängern ihre Bücher inzwischen über das Internet.

Gestiegen ist die Nachfrage auch bei der Fernleihe. So wurde in der Klötzer Bibliothek 49-mal nach einem Buch gesucht und um Fernleihe gebeten. Der Kreis der Fragesteller hat sich stark erweitert. „Es gab nicht nur Anfragen innerhalb unseres Bibliotheksverbundes, sondern wir haben sogar eine Anfrage von der Bibliothek in Duisburg gehabt“, staunte Iris Wienecke.

Dauerbrenner bei den Entleihungen der Nutzer in Klötze und Kunrau war bei den Sachbüchern eine Zeitlang das Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“. Inzwischen hat das Interesse aber etwas nachgelassen, hat Iris Wienecke beobachtet. Ebenso häufig bestellt und gelesen wurde die Biografie von Heribert Schwan über Hannelore Kohl. Das Buch des Kohl-Sohns Walter über seine Mutter hat Iris Wienecke 2011 jedoch noch nicht angeschafft. „Ich hatte im Vergleich zum Vorjahr nur einen relativ geringen Medien-etat“, erläuterte die Bibliotheksleiterin. Deshalb mussten Neuanschaffungen gut überlegt werden. Vor allem, weil neue Bücher im Hardcover im Vergleich zum Taschenbuch sehr teuer sind. Außerdem wurde von den Klötzer Lesern nach den Büchern von Margot Käßmann gefragt.

Sehr beliebt sind die Bücher von Dora Heldt und ihren Nachfolgerinnen Bettina Haskamp und Tessa Hennig. „Alles, was in dieser Aufmachung ist, läuft gut“, hat Iris Wienecke festgestellt. In der Urlaubszeit ist zudem ein verstärktes Interesse an Reiseführern festzustellen. Viele nehmen die Bücher auch mit in den Urlaub. „Deshalb ist es schon wichtig, die Reiseführer alle zwei, drei Jahre zu aktualisieren.“

Das Lieblingsbuch von Iris Wienecke im vergangenen Jahr war übrigens „Todesbotschaft“ von Sabine Kornbichler. „Aber die finde ich sowieso gut“, erklärt die Bibliotheksleiterin, obwohl sie eigentlich nicht so gerne grausame Krimis liest. Die Nutzer schon. Und so gehören zu den Neuanschaffungen neben „Die Insel der tausend Quellen“ von Sarah Lark auch „Wenn du mich brauchst“ von Jana Frey, ein Jugendbuch, das durchaus auch für Erwachsene interessant ist, und „Ich darf nicht schlafen“ von S. J. Watson, ein packender Thriller.

Von Monika Schmidt

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