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Drei Güterzüge pro Tag

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Jan, Tom, Silke und Luca Geisner (v. l.) strampelten die fünf Kilometer bis kurz vor Bandau. Bis Oktober soll die Strecke komplett freigeschnitten werden, in Klötze liegen die Arbeiten schon eine Weile zurück, die Brombeeren sind schon wieder ziemlich hoch.
Jan, Tom, Silke und Luca Geisner (v. l.) strampelten die fünf Kilometer bis kurz vor Bandau. Bis Oktober soll die Strecke komplett freigeschnitten werden, in Klötze liegen die Arbeiten schon eine Weile zurück, die Brombeeren sind schon wieder ziemlich hoch.

Klötze. „Toll“, „Klasse“, „Macht riesigen Spaß“, „Sollte jeder mal probiert haben“, „Super, ist aber auch anstrengend“, so die spontanen Kommentare derer, die am Wochenende in Klötze eine Tour mit der Fahrraddraisine gefahren sind.

Ging es im vergangenen Jahr nur einige hundert Meter weit, vom Klötzer Bahnhof in Richtung Kusey bis zum Bahnübergang an der Immekather Chaussee, so konnte in diesem Jahr auch in die andere Richtung bis ins etwa zwei Kilometer entfernte Klötze-Nord oder sogar die etwa fünf Kilometer lange Strecke bis kurz vor Bandau gefahren werden. Die meisten Gäste entschieden sich für die lange Tour bis nach Bandau.

Innerhalb der 30. Schienenverkehrswochen bietet der Deutsche Bahnkundenverband Altmark / Wendland in Zusammenarbeit mit dem Fahrgast-Rat Wendland diese Fahrten an. „Wir machen das, um den Menschen vor Ort bewusst zu machen, dass es die Bahnstrecke noch gibt“, so die Veranstalter.

Zahlreiche Interessierte, hauptsächlich Familien, nutzten das Angebot zu einer Draisinenfahrt. Für das leibliche Wohl sorgten ebenfalls die Veranstalter.

Vor Ort in Klötze war auch der Geschäftsführer der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), Gerhard J. Curth. „Noch bis Oktober soll die etwa 80 Kilometer lange Strecke Klötze-Geestgottberg für die Prüfung komplett freigeschnitten werden“, kündigte er an. Dann kommt ein Messfahrzeug der DRE und überprüft die Strecke. Erforderliche Reparaturen werden vorgenommen, anschließend wird die Strecke bei den Bahnaufsichtsbehörden vorgestellt. „Danach könnte der Betrieb wieder aufgenommen werden“, informierte Gerhard J. Curth. „Interessenten für den Güterverkehr gibt es. Schlechtestenfalls würden nur zwei Güterzüge pro Woche fahren, im güngstigsten Fall bis zu drei Güterzüge am Tag. Derzeit ist die Deutsche Bahn AG Besitzer der Strecke, die Deutsche Regionaleisenbahn hat sie gepachtet, langfristig ist aber ein Kauf vorgesehen“, so der Geschäftsführer weiter. Dann dürften aber keine Draisinen mehr fahren.

Von Wolfram Weber

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