Personalkosten auf über sechs Millionen Euro angewachsen / 125,5 Stellen in der Stadt Klötze

„Drastische“ Steigerung

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An der zwei Ämterstruktur der Klötzer Verwaltung soll nicht gerüttelt werden. Da die Verwaltung aber notorisch unterbesetzt ist, plant Bürgermeister Uwe Bartels zur Entlastung weitere Einstellungen, um Krankheits- und Urlaubsfälle ausgleichen zu können. Der Azubi soll übernommen werden.

Klötze. Dass die Mitarbeiter der Verwaltung in Klötze am Limit arbeiten, war schon in der Amtszeit von Matthias Mann als Bürgermeister ein Thema.

Und auch sein Nachfolger Uwe Bartels hat in seinem ersten Amtsjahr festgestellt, dass krankheitsbedingte Ausfälle und Urlaub nur schlecht kompensiert werden können. Deshalb hat er sich entschieden, den Stellenplan für die Verwaltung aufzustocken. Der Stadtrat hat den Plan, der Bestandteil des Haushaltes der Stadt ist, durch den Beschluss über den Etat für 2018 abgesegnet.

Vorgesehen ist es zum einen, einen Sachbearbeiter für den Brandschutz einzustellen. Er soll die Arbeit der Feuerwehren koordinieren und die Stadtwehrleitung unterstützen. Die Stelle soll nach Haushaltsgenehmigung ausgeschrieben werden.

Außerdem plant die Verwaltung, den derzeitigen Auszubildenden Julian Licht zu übernehmen, wenn er seine Prüfung bestanden hat. Im Hauptamt soll für ihn eine Stelle eingerichtet werden. Unter anderem soll er die EDV der Verwaltung betreuen. Geplant ist es, so kündigte Hauptamtsleiter Christian Hinze-Riechers im AZ-Gespräch an, zum 1. August 2018 wieder einen neuen Azubi in der Verwaltung einzustellen.

Insgesamt hält die Stadt Klötze laut Stellenplan im Jahr 2018 125,5 Stellen in allen Bereichen vor. Davon entfallen vier Stellen auf Beamte in der Stadtverwaltung (3 %). Von den tariflich Beschäftigten sind 26,40 Stellen (21 %) in der Verwaltung und 95,10 Stellen (76 %) entfallen auf nachgeordnete Einrichtungen wie Kitas, Stadtwirtschaft, Bäder, Schulen und den Tierpark.

Die 125,5 Stellen laut Plan werden von 143 Personen besetzt, davon sind neun auf Geringfügigkeitsbasis beschäftigt.

Mehr als die Hälfte der Personalkosten der Einheitsgemeinde Klötze entfallen auf den Bereich Kita und Horte. 56 Prozent, das entspricht 3,4 Millionen Euro, müssen dafür ausgegeben werden. Die Kosten für die Mitarbeiter in der Verwaltung liegen laut Plan 2018 bei 1,72 Millionen Euro (28 %), die Stadtwirtschaft macht neun Prozent aus (570.700 Euro) und auf andere Bereiche entfallen 407.300 Euro (7 %).

Im Vergleich der vergangenen Jahre zeigt sich ein deutlicher Anstieg bei den Personalkosten, die durch Tarifsteigerungen, erhöhte Wochenstunden und einen Mehrbedarf an Personal durch einen veränderten Betreuungsschlüssel im Kita-Bereich entstanden sind. So lagen die Personalkosten 2013 noch bei 4,719 Millionen Euro, 2015 wurde die fünf Millionen-Marke bereits überschritten. 2017 lagen die Personalkosten bei 5,782 Millionen Euro, für 2018 sind sie mit 6,134 Millionen Euro eingeplant.

Im Vorbericht zum Haushalt hat die Kämmerei vorgerechnet, dass sich die Erhöhungen durch das 2013 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz „drastisch“ auf den Haushalt ausgewirkt haben. So stiegen in den vergangenen Jahren die Personalkosten im Kita-Bereich für das pädagogische Fachpersonal um etwa 1,2 Millionen Euro, das sind über 55 Prozent. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der zu betreuenden Kinder lediglich um 44 Kinder (11 Prozent) auf 459 Mädchen und Jungen gestiegen.

Von Monika Schmidt

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