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„Das Dach über dem Kopf ist das Wichtigste“

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Von: Monika Schmidt

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Ein Fenster, in dem Bücher, Zeitschriften und eine Friedenstaube zu sehen sind
Im Fenster der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek wird auf aktuelle Medien zum Ukraine-Krieg hingewiesen. © Stadt Klötze

Ob und wann die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine in Klötze eintreffen, ist noch ungewiss. Die Stadt ist auf jeden Fall vorbereitet.

Klötze – „Wir alle wollen unseren Beitrag leisten“, betonte Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps im Hauptausschuss, als er über die Hilfsangebote für Flüchtlinge aus der Ukraine informierte. Es gebe einen regen Austausch mit den anderen Bürgermeistern im Kreis und dem Landrat, erklärte er. „Die Hilfe soll schnellstmöglich und unkompliziert erfolgen“, kündigte Matthias Reps an. Die Stadt Klötze hat sich entschieden, finanzielle Spenden zu sammeln. Matthias Reps berichtete, dass grundsätzlich der Altmarkkreis als Ausländerbehörde für die Flüchtlinge der erste Anlaufpunkt sei. Dort sei eine Koordinierungsstelle eingerichtet worden. Aber er habe bereits mit der Wohnungsbaugesellschaft und auch der Wohnungsbaugenossenschaft in Klötze gesprochen, ob diese schnell und unkompliziert Wohnraum zur Verfügung stellen können. Denn Aufgabe der Stadt sei es auf jeden Fall, eine Obdachlosenunterkunft bereitzustellen. Mit Wobau-Geschäftsführer Jens Passier hat Matthias Reps bereits ein positives Ergebnis erzielen können. Sowohl in Klötze als auch in einigen Ortsteilen könnte im Bedarfsfall Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. „Zu allererst geht es dabei um kommunale Wohnungen“, erklärte Matthias Reps im Gespräch mit der AZ. Die Verwaltung habe aber auch den Kontakt zu Hotels und Pensionen in der Einheitsgemeinde aufgenommen, um dort gegebenenfalls Unterkünfte für Flüchtlinge anmieten zu können. „Das Wichtigste ist, für die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Die sichere Unterbringung hat für uns Priorität“, sagte Matthias Reps weiter. In einer Videokonferenz mit dem Landrat verständigten sich die Bürgermeister darauf, den Kreis zu unterstützen. So sollen Daten und die Wohnorte der Flüchtlinge für das Meldeverfahren weitergegeben werden. „Wir wollen solidarisch und unbürokratisch helfen“, kündigte Matthias Reps an. Noch habe er keine Informationen, ob es schon Ukraine-Flüchtlinge in der Einheitsgemeinde gebe. Die Stadt rechnet aber vor allem mit älteren Frauen und Kindern, die ausreisen dürfen, während die Männer in den Krieg ziehen müssen. Falls am Wochenende jemand vor der Tür steht, ist die Unterbringung über den Bereitschaftsdienst der Stadt abgesichert.

Weitergehende Informationen in der Bibliothek

Die Ukraine-Krise beschäftigt zudem das Team der Klötzer Bibliothek. Nicht nur, dass es den Eltern Tipps gibt, wie sie mit ihren Kindern über das brisante Thema Krieg sprechen können. Bibliotheksleiterin Ilka Prager und ihre Mitarbeiterin Irina Bitter haben auch eines der Fenster der Bibliothek an der Breiten Straße in Klötze als Ausstellung gestaltet. Darin sind Medien zum Krieg in der Ukraine und zu aktuellen politischen Themen zusammengestellt, ebenso wie Bücher, die sich mit der Geschichte wichtiger Länder in der NATO beschäftigen. „Gerne können Sie bei uns auch Medien zu historischen, geschichtlichen und aktuellen Themen ausleihen“, teilt Ilka Prager mit.

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